Am Sonntagvormittag, 25. September 2022, ging in Alkoven das jährliche Erntedankfest über die Bühne. 2022 war auch die Feuerwehr Alkoven darin indirekt beteiligt.

2022 war der Ort Alkoven für die Austragung des Erntedankfestes verantwortlich. Dies ändert sich jedes Jahr und geht quer durch alle 20 Ortschaften.

Die Feuerwehr Alkoven wurde um entsprechende Unterstützung untersucht. Da eben Alkoven selbst dieses Jahr die Verantwortung für die Austragung übernommen hatte, leisteteten einige Feuerwehrleute im Zuge der (festen) Verpflegung ihre Mitarbeiten und konnten so den Teil der Feuerwehr für die kirchliche Veranstaltung beitragen.

Nachdem die Freiw. Feuerwehr Eferding um 17.12 Uhr des 24. September 2022 zu einem Verkehrsunfall beim Lagerhaus-Kreisverkehr in Eferding alarmiert worden ist, erfolgte um 17.26 Uhr die Nachalarmierung der Feuerwehr Alkoven mit dem Kranfahrzeug.

Der Lenker eines Pkw wollte zuvor in Richtung Lagerhaus in den Kreisverkehr einfahren. Dabei fuhr der Fahrer eines Mercedes der etwas gehobeneren Klasse aber nicht leicht nach rechts, sondern mitten durch eine dort situierte Verkehrsinsel und rammte dabei einige Verkehrszeichen.

Das Fahrzeug querte noch die Kreisverkehrsfahrbahn und kam zur Hälfte in der Grünfläche des Kreisverkehr stehend zum Stillstand. Zwei platte Reifen sorgten für das Aufsitzen an den Begrenzungssteinen, sodass sich die Einsatzleitung der Feuerwehr Eferding dazu entschlossen hat, die Feuerwehr Alkoven mit dem Kranfahrzeug nachzualarmieren. Man wollte ausschließen, dass es durch Zug zu einer weiteren Beschädigung des Autos bei der Bergung kommt.

In Zusammenarbeit mit den Eferdinger Feuerwehrleuten wurde das Unfallfahrzeug schließlich per Kran geborgen und direkt in der angrenzenden Mercedes-Werkstatt abgestellt.

Für die Feuerwehr Alkoven war der Einsatz per 18.25 Uhr beendet. Ausgerückt waren nach der Gruppenalarmierung das Kran- sowie das Lastfahrzeug mit ingesamt 11 Mann (inkl. Kräfte im Feuerwehrhaus).

Freiw. Feuerwehr Eferding

Nach der durch die Gemeinden organisierten Flurreinigungsaktion im Frühling stand die Feuerwehrjugend am Freitag, den 23. September 2022, neuerlich landschaftssäubernd im Einsatz. Dieses Mal war es der Bereich an der Donau.

Der Bezirksabfallverband hatte die Idee zur Säuberung des Donauufers im Kraftwerksstaubereich Ottensheim-Wilhering zu säubern. Die Feuerwehren Alkoven, Fraham und Hartkirchen folgten diesem schlussendlich bei optimalen Witterungsbedingungen am 23. September.

Seitens der Feuerwehr Alkoven wurde das Wally (Nachfolger des Schlauchbootes) sowie das Feuerwehr-Rettungsboot in der Donau gewassert.

In Begleitung von zwei Schiffsführern und drei Helfern waren sieben Jungfeuerwehrleute schlussendlich von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr im Einsatz und “ernteten” dabei auch wieder allerlei Dinge, die eigentlich weder ins Wasser noch ans Ufer gehören.

Geprägt von Räumungsalarmen waren am Morgen bzw. während des Vormittages des 23. September 2022 die Schulen in Alkoven – aber es waren keine Brände, sondern geplante Übungsevakuierungen für alle Beteiligten, die die Präsenz der Feuerwehren in den Bildungseinrichtungen bewirkte.

Bei Bränden ist es gut, wenn man darauf vorbereitet ist. Vorbereitet darauf, zu wissen, was im gesetzten Fall zu tun ist. Das gilt im privaten Bereich genauso wie im Betrieb und allen voran aber auch in den Schulen. Jugendliche und vor allem viele Kinder gilt es im gesetzten Fall, rasch, aber dennoch geordnet aus dem Gebäude zu evakuieren, sollte es erforderlich sein.

Um genau das mit allen zu trainieren, standen am Vormittag des 23. September 2022 sowohl in der Martin Buber Schule im Institut Hartheim als auch in der Volksschule und der Neuen Mittelschule Alkoven derartige Räumungsübungen samt Beteiligung der Feuerwehr auf der Tagesordnung.

Lediglich besichtigend fiel dann die erste, geplante Räumung beim Institut aus. Bei +3°C wollte es man den Kindern nicht unmittelbar zumuten, sich im Leibchen nach draußen bewegen zu müssen. Dieses Event wurde vertagt.

Mehr wettertechnisches Glück hatten dann die Volksschüler sowie jene der Neuen Mittelschule. Das Alarmszenario und die Räumung konnten wie vorgesehen durchgeführt werden.

Feuerwehrseitig waren sowohl die Feuerwehr Alkoven als auch die Feuerwehr Polsing ins Geschehen involviert.

Eine spektakuläre Wende machte ein Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren Alkoven und Polsing im Bezirk Eferding am späten Abend des 22. September 2022. Ursprünglich wurden die beiden Wehren lediglich zu einem Brandmeldealarm (23.52 Uhr) an der Avanti-Tankstelle direkt an einem geraden Stück der B 129 in der Ortschaft Straß alarmiert. Etwas außergewöhnlich war, dass ein Alarm dieser Art erstmals bei der Feuerwehr einlangte und im Regelfall nur manuell ausgelöst werden kann.

Ein Bericht von Hermann Kollinger

Angefahrener Mann liegt am Straßenrand

Die aus Alkoven in Richtung Eferding anfahrenden Einsatzkräfte der Feuerwehr langten zuerst am Einsatzort an, konnten dort jedoch anfangs nur ein Szenario eines Verkehrsunfalles wahrnehmen, bei dem offenbar eine Person von einem Pkw angefahren worden ist und schwer verletzt am Straßenlang lag.

Feuerwehrfrau als Ersthelferin

Eine Feuerwehrfrau aus Hartkirchen, die bei der Feuerwehr Alkoven einsatzberechtigt ist und mit einem Feuerwehrmann aus Alkoven in Straßham wohnt, war gerade auf dem Weg nach Straßham. Sie fuhr unmittelbar hinter einem der in den Unfall verwickelten Fahrzeuge und wurde unverzüglich bis zum Eintreffen der nachalarmierten Rettungskräfte von Samariterbund Alkoven, Rotes Kreuz Eferding und Notarzt aus Eferding als Ersthelferin aktiv.

Ausgerissene Zapfsäule und Unfallauto

Erst in weiterer Folge wurden die Einsatzkräfte auf den Auslöser dieses Szenarios aufmerksam bzw. klärte sich erst im weiteren Verlauf das Ereignis. Der Lenker eines Pkw war aus Richtung Eferding kommend aus nicht bekannten Gründen offenbar genau in Höhe der Einfahrt zur Tankstelle nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Die Tankstelle ist aufgrund zweier Ereignisse (siehe weiter unten) aus den Jahren 1998 und 2003 bereits zum höchstmögliche Anteil mit Leitplanken „geschützt“. Dennoch rammte der Pkw eine Zapfsäule mit voller Wucht.

Diese wurde komplett aus der Verankerung gerissen und einige Meter weit weggeschleudert. Der Unfall-Pkw kam im Bereich der Zufahrt zur Tankstelle an einem Zaun zum Stillstand.

Unfalllenker auf Fahrbahn angefahren

Gemäß Zeugenaussagen am Unfallort stieg der Unfalllenker aus dem Fahrzeug und lief offensichtlich auch im Schock winkend auf die Fahrbahn auf ein Fahrzeug zu. Der Lenker desselbigen konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und stieß mit dem auf der B 129 laufenden Mann zusammen. Dieser wurde daraufhin an den Fahrbahnrand geschleudert, wo er schwer verletzt liegen geblieben ist und von genannter Feuerwehrfrau mit anderen bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte versorgt worden ist.

In weiterer Folge übernahmen dann die Sanitäter und der Notarzt die Versorgung des Schwerverletzten, der im Anschluss ins Krankenhaus eingeliefert worden ist.

Aufräumarbeiten

Beim Abriss einer Zapfsäule aktiviert sich eine automatische Abschaltung, so dass kaum Betriebsmittel ausgeflossen sind (die Dieselzapfsäule war sowieso bereits leer, da dieser zurzeit aufgrund des Mangels nicht verfügbar war).

Auch aus dem Unfallauto traten keinerlei Flüssigkeiten aus, so dass die Einsatzkräfte der Feuerwehr lediglich Aufräumarbeiten durchzuführen hatten und das Material sowie der Pkw an der Tankstelle verbleiben konnte.

Mit dem Abriss der Zapfsäule dürfte auch der automatische Brandmeldealarm für die Feuerwehr ausgelöst worden sind.

Für die beiden Feuerwehren war der Einsatz gegen 01.10 Uhr des 23. September 2022 abgeschlossen.

Geplagte Tankstelle

Die besagte Tankstelle kann generell bereits ihre Geschichte erzählen. So krachte am 16. Juni 1998 ein Mann in Suizidabsicht gegen eine Zapfsäule. Die Tankstelle explodierte entgegen seiner Erwartungen nicht, er fuhr mit seinem Auto weiter nahm die Zapfsäule brennend wieder mit zurück auf die B 129. Dort blieb sie liegen, während der Mann im Anschluss mit dem Auto noch einige Hunderte Meter weiterfuhr und dann in ein Feld floh, wo er dann von der Polizei gestellt werden konnte.

Am Morgen des 3. Jänner 2003 schleuderte eine Autolenkerin schließlich mit ihrem Pkw gegen die Tankstelle und riss ebenfalls eine Zapfsäule aus. Herausschleuderndes Benzin setzte nicht nur das Auto in Brand, auch das damals noch vorhandene Geschäftslokal ging in Flammen auf.

Nach diesem Unfall wurde der Bereich dann größtmöglich mit einer Leitplanke eingebunkert.

Galerie mit allen Bildern

Am Dienstag, dem 20. September 2022, wurde die Freiw. Feuerwehr Alkoven über die Landeswarnzentrale bzw. Personenrufempfänger in eine Wohnsiedlung in die Maragrithenstraße alarmiert. Anlass war die Befreiung einer Person aus einem Aufzug.

Die mit dem Rüstlöschfahrzeug ausgerückte Mannschaft konnte an der Adresse einen im Kellerbereich feststeckenden Lift in unmittelbarer Höhe des Ausstieges feststellen. Mit einem speziellen Kantschlüssel wurde die Aufzugstür geöffnet und der eingeschlossene Mann befreit. Es war der Lifttechniker selbst.

Mit einem Schmunzeln ging’s somit nach getaner Arbeit wieder nach Hause. Um 12.51 Uhr war der Einsatz auch schon wieder beendet.

Per Gruppenalarm wurden gegen 12.45 Uhr des Sonntag, 18. September 2022, einige Mitglieder der Feuerwehr Alkoven zu einem Öleinsatz nach Straßham alarmiert.

Dort war es kurz nach dem Bahnübergang auf der Ochsenstraße vermutlich aufgrund eines technischen Gebrechens an einem Kraftfahrzeug zu einem Ölverlust gekommen. Anrainer verständigten in der Folge über das Diensthandy die Feuerwehr.

Neun Feuerwehrleute rückten mit dem Kleinlöschfahrzeug sowie dem Lastfahrzeug aus und streuten fünf Säcke Ölbindemittel auf rund 200 bis 250 Meter ölverschmutzte Fahrbahn auf, um das Schmiermittel weitgehend aufzunehmen.

Nach dem Platzieren entsprechender Hinweisschilder war der Einsatz um 13.45 Uhr abgeschlossen.

Per 14.31 Uhr wurden die Freiw. Feuerwehren Alkoven und Polsing am Samstag, dem 17. September 2022, zu einem Brand im ersten Stock einer Wohnanlage in die Wehrgasse nach Straßham alarmiert.

Wie sich später herausstellen und durch einen Brandermittler der Oö. Brandverhütungsstelle bestätigen sollte, kam es bei einem neuwertigen Kühlschrank in einer Wohnung zu einem Brandausbruch.

Da die Mieterin etwa zehn Minuten zuvor die Wohnung verlassen hatte, wurde man erst aufgrund einer entsprechenden Rauchentwicklung auf das Feuer aufmerksam.

Mittlerer Bau einer Dreierreihe

Vom Brand betroffen war eine Wohnung im mittleren Bau einer dreireihigen Wohnanlage mit jeweils zwei Geschoßen, die jedoch mit Fahrzeugen nicht zugänglich ist. So nahm die Besatzung des ersteintreffenden Tanklöschfahrzeuges der Feuerwehr Alkoven einen Verteilerangriff mit mehreren B-Längen bzw. in weiterer Folge über Schlauchtragekorb vor.

Personen galten zu diesem Zeitpunkt keine im Gefahrenbereich.

Rauch im Stiegenhaus

Aufgrund von zwei offenen Türen konnte der Brandrauch ungehindert ins Stiegenhaus dringen, füllte dieses jedoch in klassischer Weise von oben her, so dass sich die Rauchgrenze dennoch erst unmittelbar im betroffenen Stockwerk befunden hat. Der vorrückende Atemschutztrupp drang in die erste Räumlichkeit vor, musste da dann feststellen, dass es sich hierbei um einen Raum zum Balkon handelt, so dass hier dann die Räumlichkeiten hinter der zweiten Tür den Brandherd darstellen mussten.

In der Zwischenzeit wurde von weiteren Kräften bis zur Rauchgrenze ein Rauchvorhang beigestellt, der von einem der Atemschutzmännern schließlich angebracht und den weiteren Rauchaustritt ins Stiegenhaus eindämmen sollte.

Feuer in der Küche

Als Quelle des Brandes konnte in weiterer Folge recht rasch ein im Küchenbereich brennender Kühlschrank vernommen werden, der rasch abgelöscht war. In weiterer Folge wurde zur rascheren Entrauchung ein Hochleistungslüfter in Betrieb genommen.

Aufgrund der Hitze- und Raucheinwirkung wurde jedoch die komplette Wohnung unbrauchbar und kann bis auf weiteres nicht mehr benutzt werden. Zwei Atemschutztrupps, eine weitere Atemschutzreserve stellte die Feuerwehr Polsing, räumten nach den Erhebungen durch die Polizei, die Wohnung im erforderlichen Ausmaß aus.

In weiterer Folge wurde auch noch der eintreffende Brandursachenermittler bei seiner Arbeit unterstützt, der eben den Kühlschrank als Auslöser für den Brand feststellen konnte.

Nachbarmieterin verblieb in der Wohnung

Eine Dame aus der Nachbarwohnung hatte ihre Wohnungstür vorbildlich mit nassen Handtüchern versehen, um das Eindringen des Rauchs aus dem Stiegenhaus zu versehen. Über eine Steckleiter wurde die Frau schließlich über Einheiten des Rüstlöschfahrzeuges betreut und da das Abklettern über die Leiter mehr Risiko bedeutet hätte als das Abwarten in der völlig rauchfreien Wohnung, wurde diese bis zum Ablöschen des Brandes dort betreut.

Tagesglück → Rauchmelderempfehlung

Die Situation begünstigt hat die Zeit des Brandes während des Tages. In der Nacht wäre der Brand vielleicht erst später entdeckt worden. Die Feuerwehr empfiehlt daher die Installation eines Rauchmelders. Er verhindert zwar keinen Brand, macht jedoch bereits in einem sehr frühen Stadium auf die Gefahr aufmerksam und erlaubt eine rechtzeitige Flucht aus dem Gefahrenbereich. Geschieht dies in der Nacht, riechen Sie den Rauch nicht. Kommt es zu keiner Lärmentwicklung, besteht die Gefahr, dass Sie die Gefahren des Rauches und des Feuers auf Dauer verschlafen … Rauchmelder sind heute mehr als günstig und sollten in keinem Haushalt mehr fehlen.

Eingesetzte Kräfte

Für die eingesetzten Feuerwehren war der Einsatz um 16.12 Uhr abgeschlossen.
FF Alkoven: TLF-A 4000, RLF-A 2000, TMB 32, KLF – 27 Kräfte
FF Polsing: KRF-L, KDO-F, LFB-A – 17 Kräfte

Bildergalerie

Um 13.47 Uhr wurde die Freiw. Feuerwehr Alkoven am Freitag, dem 16. September 2022, zu einem Assistenzeinsatz für die Polizei auf der Donau in der Nähe der Donauauffahrt alarmiert.

Dort war zuvor eine offensichtlich bereits längere Zeit im Wasser befindliche Leiche eines Mannes entdeckt worden. Die Feuerwehr Alkoven rückte mit dem Kleinlöschfahrzeug sowie dem Mannschaftstransportfahrzeug aus.

Nach einem Zwischenstopp beim alten Bauhof (Aufnahme eines Tauchgerätes für den allfälligen Bedarf und Aufnahme einer alten Korbschleiftrage) war man kurze Zeit später am Schauplatz, wo bereits Polizei und Samariterbund Alkoven vor Ort waren.

Mehrere Feuerwehrleute führten in weiterer Folge die Bergung der am Ufer liegenden Person durch und übergaben den Leichnahm der Exekutive für die weiteren Ermittlungen.

Mit 14.50 Uhr war die Hilfeleistung wieder beendet.

Mit der Ausstattung der Eisenbahnkreuzungen mit Signalanlagen sind die Unfälle mit Beteiligung der Linzer Lokalbahn zwar zurückgegangen, ausgeschlossen sind sie jedoch weiterhin nicht. Das wurde am Abend des 15. September 2022 zum Anlass genommen, ein derartiges Szenario wieder einmal im größeren Stil zu beüben.

„Verkehrsunfall mit Zug und zwei Pkw, mehrere Personen eingeklemmt“ – das war am Abend des 15. September 2022 der Auftrag für die Übungsteilnehmer aus den Reihen der Feuerwehren Alkoven und Polsing, des Roten Kreuzes, des Samariterbundes Alkoven und den Verantwortlichen von Stern & Hafferl (Betreiber der Linzer Lokalbahn).

Zug rammte zwei Pkw

Eine Güterzuggarnitur der Linzer Lokalbahn rammte auf einem Bahnübergang gleich zwei Pkw (das schon alleine für die entsprechende Arbeitsverteilung). Ein herunterhängendes Seil simulierte den Riss der Oberleitung und somit die entsprechende Gefahr für die anrückenden Einsatzkräfte.

(Ein ähnliches Szenario bot sich vor Jahren einmal in Höhe von Emling bei einem realen Unfall mit eingeklemmter und danach verstorbenen Person, deren Pkw einen Strommasten der Bahn abriss und die Leitung auf halber Höhe am Gleiskörper hing).

Schwerer Unfall mit Todesfolge und beschädigter Bahnoberleitung vom 13. Mai 2005.
Die Oberleitung hing damals massiv durch, war jedoch nicht gerissen.

Während ein Pkw vor der Lokomotive stand und der Lenker eingeklemmt war, befand sich einige Meter weiter im Bereich der Lok ein weiteres Auto am Dach liegend, wo ebenso eine Person eingeklemmt war. Der Lokführer hatte ebenfalls Verletzungen erlitten und lag bewegungsunfähig im Führerstand.

Zum Nichtstun verurteilt

Praxisgerecht traf ein SEW des Samariterbundes zuerst am Unfallort an, der in Höhe des Rübenplatzes neben der B 129 in Emling vorbereitet worden ist. Aufgrund mehrerer Gleise in diesem Bereich konnte die Übung so ohne Einschränkung des Bahnbetriebes durchgeführt werden. Nach der ersten Erkundung durch einen Sanitäter sowie in weiterer Folge den ersten Feuerwehrkräften war in der Erstphase erst einmal Warten angesagt. Eine schwierige Entscheidung im realen Einsatzfall, die auf der Lok und dem Pkw liegende Oberleitung wäre jedoch unweigerlich zur Todesfalle für jeden in den Spannungstrichter kommenden Helfer geworden.

Erst nach dem Eintreffen eines Mitarbeiters von Stern & Hafferl und die Vornahme einer Erdung der Leitung konnte der eigentliche Einsatz anlaufen. In der Zwischenzeit waren auch Rotes Kreuz, die Feuerwehr Polsing sowie die weiteren Alkovener Kräfte längst am Einsatzort eingetroffen.

Drei Menschenrettungsteams am Werk

Die personelle Situation ließ es zu, dass der Einsatz mit den aufgebotenen Kräften parallel an allen drei Stationen in Angriff genommen werden konnte. Jeweils ein Team widmete sich den beiden Eingeklemmten in den beteiligten Autos, während ein weiteres Team – jeweils begleitet von Sanitätern – sich dem Lokführer annehmen konnte.

Die Situation des im am Dach liegenden Auto Eingeklemmten zeigte sich recht knifflig. Der beste Angriffs- bzw. Rettungsweg war über das Heck des Autos, sodass sich die Helfer auch darüber Zugang verschafften, während sich ein Feuerwehrmann zwischen Wrack und Waggon klemmte, um den Verletzten zu überwachen und vor allem auch mental zu begleiten. Ebenso erklärte dieser Feuerwehrmann dem Patienten auch die jeweils nächsten Schritte. Ein wichtiges Begleitelement, um den Verletzten in seiner sowieso schwierigen Situation nicht auch noch „alleine“ zu lassen.

Team 2 (primär Mannschaften aus Polsing) nahm sich den vor der Lokomotive stehenden Auto bzw. dessen Verletzten an. Hier wurde eine große Seitenöffnung geschaffen, um den Verletzten, der von Sanitätern laufend betreut worden ist, aus seiner Zwangslage zu befreien. Auch hier waren Spreizer und Schere erforderlich, um zum Ziel zu gelangen.

Ein gemischtes Team aus Alkovener und Polsinger Feuerwehrleuten nahm sich dann dem Lokführer an. Dieser war verletzt und hatte zudem auch ein weiteres Gesundheitsproblem. Über die Rettungsplattform konnte der Mann schließlich nach intensiver Betreuuung und Versorgung durch die Sanitäter aus der Lok befreit werden.

Auch Sanitäter gefordert

Wert wurde ebenso darauf gelegt, den eingesetzten Sanitätern umfassende Übungsmöglichkeiten anbieten zu können und ihnen nicht nur die Verletzten zu übergeben. So war es die Aufgabe der Sanis von Rotem Kreuz und Samariterbund eine umfassende Erstversorgung der Patienten vor Ort vorzunehmen und erst im Anschluss den Transport ins Krankenhaus zu simulieren.

Mit dem Abtransport aller Verletzten sowie dem Bergen der Unfallwracks bzw. Räumen der Übungsstelle war der praktische Übungsteil mit etwa 20.30 Uhr nach eineinhalb Stunden abgeschlossen. Eine Nachbesprechung mit allen Beteiligten erfolgte im Zuge der Verpflegung schließlich im Feuerwehrhaus Alkoven.

Herzlichen Dank allen Teilnehmern für das engagierte Mitwirken und der Firma Stern & Hafferl für die Unterstützung und der Bereitstellung der Zugsgarnitur.

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