Feuerwehren in Alkoven

FF Alkoven | FF Polsing

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Tanklöschfahrzeug TLF 4000 / 100

Im Februar 2026 nahm die Freiw. Feuerwehr Alkoven, eine von zwei Feuerwehren in der rund 6.500 Einwohner zählenden und knapp 43 km² großen Gemeinde Alkoven, ein neues Tanklöschfahrzeug in Betrieb. Der 4000er ersetzt ein Vorgängermodell (Bericht ist hier weiter online) aus dem Jahr 1998. Der Trend zur Standardisierung, der sich derzeit durch das Land zieht, wurde auch in Alkoven auf seine Weise umgesetzt: Möglichst viele Komponenten sollten an denselben Stellen wie im zweiten wasserführenden Fahrzeug, einem Rüstlöschfahrzeug, platziert werden. 

Text und Bilder: Hermann Kollinger

Aufgebaut auf einem 18-Tonnen-MAN-Fahrgestell (TGM 18.320) und ausgestattet mit einem neuen Automatikgetriebe, das gegenüber dem automatisierten Schaltgetriebe des RLF aus dem Jahr 2016 deutlich feiner agiert, führt das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Alkoven wiederum 4.000 Liter Wasser mit.

Geschuldet ist diese Wassermenge den zahlreichen Bereichen im Gemeindegebiet, in denen die Löschwasserversorgung teilweise deutlich hinter dem Optimum zurückbleibt. Das A für Allrad ist in der Bezeichnung in Oö verloren gegangen, aber im Grunde vorhanen, auch bei diesem Fahrzeug.

Möglichst viele Parallelen

Wichtig war bereits im Vorfeld der Fahrzeugplanung, möglichst viele Ausrüstungsgegenstände an nahezu denselben Stellen wie beim Rüstlöschfahrzeug, dem zweiten wasserführenden Fahrzeug der Feuerwehr Alkoven, unterbringen zu können. Damit soll unter anderem der Ausbildungsaufwand bei der Gerätekunde gesenkt werden, wenngleich das Tanklöschfahrzeug klar den Schwerpunkt Brandbekämpfung aufweist, während beim Rüstlöschfahrzeug zusätzlich die technische Hilfeleistung im Vordergrund steht. Für kleinere technische Einsätze ist nun aber auch das aktuelle Tanklöschfahrzeug gerüstet. Das war mit ein Grund dafür, das lange MAN-Fahrgestell zu beschaffen. 

Das TLF rückt bei überörtlicher Anforderung der Teleskopmastbühne außerhalb des Gemeindegebietes automatisch mit aus. Gründe dafür sind das Mitführen entsprechenden Personals, Atemschutz sowie die eigene Pumpe, um die Teleskopmastbühne bei der Brandbekämpfung über ihre Steigleitung mit Löschwasser versorgen zu können. Damit steht dem Hubrettungsgerät eine eigene Pumpeneinheit samt Löschwasser zur Verfügung. Um dieses auch in entsprechender Menge an den leistungsfähigen Wasserwerfer fördern zu können, hat man sich auch für eine Einbaupumpe mit einer Leistungsfähigkeit von bis zu 3.500 Liter pro Minute entschieden.

Gegenüberstellung des neuen Fahrzeuges und des Vorgängers.

Doch noch Hochdruck

Der bei oberösterreichischen Tanklöschfahrzeugen lange Zeit übliche Hochdruckangriff verschwindet inzwischen zunehmend. Leistungsfähige Hohlstrahlrohre im Normaldruckbereich haben viele seiner Einsatzmöglichkeiten übernommen, sodass inzwischen nicht wenige Feuerwehren darauf verzichten. Beim neuen Tanklöschfahrzeug „Modell Oberösterreich“ ist ein Hochdrucksystem bereits nicht mehr vorgesehen. In Alkoven gab es dennoch die Überlegung, dieses aufgrund der ebenfalls gewünschten Straßenwaschanlage wieder einbauen zu lassen. Straßenreinigung zählt zwar grundsätzlich nicht zu den klassischen Kernaufgaben einer Feuerwehr, aufgrund der Erfahrungen als Hochwassergemeinde und aus den zahlreichen Unwettereinsätzen während der Nutzungsdauer des Vorgängerfahrzeuges sah man darin jedoch weiterhin einen entsprechenden Nutzen. 

Hinzu kommt, dass man damit auch der Gemeinde eine eigene Investition erspart, die deutlich mehr kosten würde als die Hochdruckkomponente am ohnehin neu zu beschaffenden Feuerwehrfahrzeug. Und auch das unmittelbare Reinigen nach einem Unwetter spart in weiterer Folge einiges an Arbeit und liegt im Bereich des Machbaren für die Feuerwehrleute. Daher verfügt das Tanklöschfahrzeug im Heck weiterhin über einen Hochdruckschnellangriff (Vorgabe des Verbandes durch Einbau der Hochdruckpumpe) sowie einen weiteren an der Fahrzeugfront für die Straßenwaschanlage. Diese ist im Gegensatz zum Vorgänger nun fix montiert.

Doppelter Gerätekistenstapel

Bewegen wir uns zum Geräteraum 1 – die Räume 1, 3 und 5 befinden sich fahrerseitig, von vorne beginnend –, sticht ein Gerätekistenstapel ins Auge. Dieser ist doppelt ausgeführt. Das bedeutet: Hinter einer Gerätekiste befindet sich jeweils eine weitere. Nimmt man die vordere aus dem Fahrzeug, zieht man an einem Band, das wiederum die dahinter situierte Kiste in den Entnahmebereich nach vorne zieht.

 In diesen Kisten befinden sich unter anderem kleinere Ausrüstungsgegenstände wie Wathose, Unterlegsholz, Türöffnungswerkzeug, Schneeketten und Rundschlingen.

Sprungretter
Rettungssäge

Drehfach mit nützlichem Werkzeug

Das Drehfach umfasst auf den ersten Blick einiges an Handwerkzeug wie Äxte, Halligan-Tool, Bolzenschneider oder Brecheisen. Öffnet man diese, offenbaren sich zwei Motorkettensägen, die jedoch unterschiedliche Einsatzzwecke aufweisen. Während eine für den Einsatz bei Sturmschäden etc. vorgesehen ist, handelt es sich bei der zweiten um eine sogenannte Rettungssäge. Diese Motorkettensäge verfügt über eine spezielle Kette, die bei Öffnungsarbeiten auch den Kontakt mit Nägeln und ähnlichen Materialien deutlich besser verkraftet als eine herkömmliche Sägekette. 

Auf der Rückseite sind weitere zwei Kisten platziert, die beispielsweise Gurte enthalten, sowie eine Werkzeugkiste. Unterhalb der Ausziehwand befindet sich der Sprungretter, der bei Bedarf rasch als zusätzliche Rettungsmöglichkeit für Personen in Absturz- bzw. Sprunggefahr eingesetzt werden kann.

Chemikalienschutz und Löschen

Der obere Teil des Geräteraums 3 – der mittlere auf der Fahrerseite – ist mit diverser Ausrüstung für Chemie- bzw. Schadstoffeinsätze wie Einwegschutz, Dichtkissen und Schachtabdeckungen bestückt. In der Mitte finden sich eine Auffangwanne sowie – als Übergang zum Löschbereich – ein Schlauchpaket. 

Darunter sind jeweils fünf B-Schläuche (= 100 m) und fünf C-Schläuche (100 m, da entgegen der Norm die 20 m Ausführungen (anstatt 15 m) verwendet werden) zu finden. Der Geräteraum kann über das herunterklappbare Trittbrett einfach erreicht werden.

Wasserführende Armaturen

Geräteraum 5 ist – wie bei diesem Fahrzeugtyp üblich – mit den wasserführenden Armaturen bestückt: Strahlrohre, Verteiler, Druckbegrenzungsventil, Hydroschild, Stützkrümmer, Standrohr für den Unterflurhydranten usw. Ebenso findet man hier den mobilen Wasserwerfer. Aufgrund von Einsatzhäufigkeit und Kosten hat man davon Abstand genommen, wieder ein fix montiertes Modell am Dach aufbauen zu lassen. Für die Atemschutztrupps stehen für den Innenangriff auch zwei Schlauchtragekörbe sowie der mobile Rauchverschluss zur Entnahme bereit. 

Ganz oben befindet sich ein Set zur Absturzsicherung – nicht zu verwechseln mit der Ausrüstung der Höhenretter. Neben den beiden B-Druckabgängen ist übrigens auch noch ein B-Schnellangriffsverteiler ausziehbar. Diesen kann ein/e Mann / Frau alleine vorziehen, sodass beispielsweise der Atemschutztrupp beim Hauseingang seine C-Löschleitung daran ankuppeln kann.

„Elektrik-Raum“ 2

Der erste Raum hinter dem Beifahrer, Geräteraum 2, ist fast sprichwörtlich elektrisiert. Hier findet sich alles, was für die Stromversorgung benötigt wird: Stromerzeuger, Kabel, Beleuchtungselemente – überwiegend akkubetrieben –, ein elektrisch angetriebener Hochleistungslüfter, Akkuschrauber sowie zwei Tauchpumpen. 

Kleinere Utensilien wie Treibstoffkanister oder faltbare Leitkegel runden das Sortiment in diesem Raum ab.

Saugen und Löschen

Ein Wassersauger für Hilfeleistungen nach Unwettern ist im Raum 4 situiert, ebenso wie das notwendige Zubehör und diverses Leinenmaterial. Der weitere Inhalt wird wiederum durch fünf B-Schläuche und fünf C-Schläuche ergänzt. Ebenso findet sich ein Kanister mit Ölbindemittel gehaltert. 

Somit kann mit der bisher genannten Ausrüstung auch der eine oder andere technische Einsatz autark abgearbeitet werden. Das war bislang aus Platzgründen in dieser Form nicht möglich und erleichtert mit diesem Fahrzeug vor allem die Arbeit nach größeren Schadenslagen mit mehreren Einsatzstellen.

Erste Löschhilfe, Schaum und Hygiene

Der Geräteraum 6 ist geprägt von Mitteln der ersten Löschhilfe. Neben verschiedenen Feuerlöschern ist auch ein Hydrofix untergebracht, ein mit Wasser gefülltes und mit Pressluft betriebenes Kleinlöschgerät für den ersten Löscheinsatz oder Kleinbrände. Das Gerät lässt sich nach einem Einsatz mit entsprechender Befülleinrichtung bei der Feuerwehr wieder befüllen. Ganz oben ist ein fixer 100-Liter-Schaumtank platziert, dessen Inhalt auch über die Pumpe verwendet werden kann. Aus Platzgründen sowie aufgrund der Erfahrungen mit dem Vorgängerfahrzeug wurde die mitgeführte Menge im Fixbehälter gegenüber diesem halbiert. 

Zusätzlich befinden sich zwei Kanister mit jeweils 20 Litern Schaummittel im Geräteraum. Diese können beispielsweise für die direkt darunter befindliche Schaum-Schnellangriffseinrichtung herangezogen werden.
Die ausziehbare Hygienewand dient der persönlichen Reinigung der Einsatzkräfte vor Ort und zählt inzwischen bei neuen Feuerwehrfahrzeugen vielfach zum Standard. Ein tragbarer Schaumzumischer sowie – da vorgeschrieben – ein Löscheimer runden das Sortiment in diesem Raum ab.

Pumpen- und Mannschaftsraum

Naturgemäß im Heckraum befinden sich die Bedienelemente für die Feuerlöschpumpe sowie die Hochdruckangriffsleitung. Ebenso wurde ein Platz geschaffen, an dem der Maschinist die Atemschutzüberwachung vornehmen kann.

Wie schon beim Rüstlöschfahrzeug ist auch das TLF wieder für eine Besatzung von 1:6 ausgerichtet. Während die drei Atemschutzgeräte in bereits bewährter Weise entgegen der Fahrtrichtung gehaltert sind, befindet sich gegenüber anstelle zweier Sitzplätze der sogenannte Action-Tower. 

Dort sind neben kleinen Handlampen, Gasspürgerät und Sanitätsausrüstung auch die Reserve-Atemschutzmasken, Brandfluchthauben, Feuerwehrgurte, Funktionswesten (Abschnittsleiter) sowie die E-Flare (Set an Absicherungsleuchten) gelagert.

Zwei Leitersysteme und mehr am Dach

Gegenüber dem Vorgängermodell finden sich am Dach nun zwei Leitersysteme, eine Schiebe- sowie eine Steckleiter. Ebenso ist in einer Dachbox langstieliges Werkzeug gehaltert (Einreißhaken, Schaufeln, etc.) sowie Ausrüstung für Vegetationsbrände (Löschrucksack, Feuerpatsche) vorgehalten. Für Absicherungsarbeiten sind Deckensteher sowie Abdeckplanen verlastet. 

Lichtmast findet man im Gegensatz zum Rüstlöschfahrzeug hier keinen. Die neue LED-Beleuchtungstechnik konnte im nahen Umfeld derart überzeugen, dass man sich auch aus Kostengründen gegen den Mast entschieden hat. Wie erwähnt, fehlt auch der fixe Wasserwerfer.

Fazit: Schwerpunkt Brand, aber auch Technik

Soweit ein kleiner Rundgang durch das im Februar 2026 in Dienst gestellte Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Alkoven, das sich aufgrund seiner Ausrüstung schwerpunktmäßig dem Branddienst widmet, der Mannschaft jedoch auch die Möglichkeit bietet, durchaus ein nicht kleines Sortiment an technische Hilfeleistungen eigenständig abzuarbeiten. Neue Baurichtlinien sowie als auch Wetterereignisse haben ebenso dazu beigetragen, Dinge wie Wassersauger, Akkuschrauber, Sturmkiste, Säbelsäge und Trennschleifer aufzupacken. 

Das Tanklöschfahrzeug ist somit auch hierfür einsetzbar und nicht mehr ganz eingeschränkt wie zuvor. Mit seinem Radstand von 4.200 mm fällt das TLF in der Gesamtlänge gegenüber dem RLF Alkoven zwar rund 30 cm länger aus, bietet dafür aber auch den Platz für die beschriebene zusätzliche Ausrüstung.

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