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Covid-19 als Herausforderung für Feuerwehr UND Teamgeist (06.04.2020)

Die Corona-Pandemie hält uns alle im Griff. Sie ist zwar seit halber Ewigkeit eine Katastrophe im klassischen Sinn, welche nicht primär Baustelle der Feuerwehr ist. Spurlos vorbei geht sie jedoch auch an unserer Einsatzorganisation nicht.

Es bedarf nicht vieler allgemeiner Erklärungen zur Corona-Pandemie, die uns ja seit Mitte März 2020 alle betrifft. Die gesellschaftlichen Einschränkungen haben eine Form bzw. Herausforderung erlangt, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr vorhanden gewesen sind und viele von uns gar nicht kennen. Nichts desto trotz haben wir immer noch einen Status, der uns im Verhältnis glücklich schätzen lässt oder lassen sollte. Offene Geschäfte, Strom, Internet und Co. – alles da (von wirtschaftlichen Problemen abgesehen).

Desinfektionsstation in der Fahrzeughalle im Feuerwehrhaus Alkoven.

Auch für die Feuerwehrleute eine Belastung

Fix ist auf jeden Fall, dass die Belastung auch für die Feuerwehr ein Thema ist. Feuerwehr lebt mitunter von Freundschaft und Teamgeist. Sei es der zufällige Besuch im Feuerwehrhaus, um Gleichgesinnte zu treffen, sei es die Übungs- oder Einsatznachbesprechung oder einfach auch nur der soziale Austausch im Zuge von Übungen, administrativen Tätigkeiten und mehr. All diese Dinge sind derzeit nicht existent und ausgesetzt. Keine Nachbesprechung beim Einsatz, keine Übungen, kein lockeres Zusammentreffen im Feuerwehrhaus. Und das seit nunmehr mehr als zwei Wochen. Keine leichte Entscheidung, die österreichweit jedoch bei allen freiwilligen Feuerwehren umgesetzt wird und leider eine Notwendigkeit darstellt. Die Feuerwehr zählt zu den kritischen Infrastrukturen, was bedeutet, dass sie auch in Krisenzeiten funktionieren soll und muss.

Schutzmaßnahmen im Einsatz: Helm, Maske, Handschuhe

Es wäre somit einfach zu fahrlässig, dort den gesellschaftlichen Betrieb aufrecht zu erhalten und so zu tun, als ginge die Pandemie an den Feuerwehren und deren Mitglieder vorbei. Das Infektionsrisiko und die weitere Verbreitung bzw. Weitergabe an die nächsten Mitglieder ist zu hoch. Noch vor der Hochsaison der Pandemie wurden durch eine Gesellschaftsaktion 20 aktive Mitglieder einer Wehr zu zwei Wochen Quarantäne verdonnert. Und auf 20 wirklich aktive Mitglieder verzichten zu müssen, kann sich kaum eine Feuerwehr leisten. Daher ersuchen wir an diese Stelle speziell auch unsere Mitglieder in Alkoven, für die Maßnahmen Verständnis zu zeigen. Wohlwissentlich, dass die Einschnitte in der Form nicht immer einfach, aber leiden eben notwendig sind. Hinzu kommt, dass jegliches Zusammentreffen in größerer Form derzeit strafbar ist! Geselligkeitsrunden in der Feuerwehr bilden hier auch keine Ausnahme.

Verstärkte Schutzmaßnahmen

Die Maskenpflicht ist per Anfang April 2020 nur in den Supermärkten gültig, könnte aber noch eine Verbreitung finden, wenn die Wirtschaft ihre Motoren wieder hochfährt und gleichzeitig dennoch Schutzwirkung zur Ausbreitung bieten will. Jedenfalls hat auch die Feuerwehr für ihre Mitglieder vorgesorgt. So steht jedem Feuerwehrmitglied inzwischen in seinem Spind ein persönliches Schutzpaket zur Verfügung, das Handschuhe, Schutzbrille und eine FFP-2 Maske enthält. Diese dienen der Benützung im Einsatz.

Bei notwendigen Arbeiten im Feuerwehrhaus (Instandhaltung) ist inzwischen ebenso Maskenpflicht. Sie senken die Infektionsgefahr nochmals.

Für den erforderlichen Zutritt ins Feuerwehrhaus von Mitgliedern, die erhaltende Arbeiten durchführen müssen bzw. für den Aufenthalt im Feuerwehrhaus bei einem Einsatz stehen im Eingangsbereich der Einsatzzentrale sowohl Mundschutzmasken als auch Desinfektionsmittel zur Verfügung. Die Mundschutzmasken sind auch beim Umkleiden etc. zu tragen. Um das Verbreitungs- und Ansteckungsrisiko möglichst zu vermeiden, ist derzeit kein Aufenthalt im Feuerwehrhaus vorgesehen, ohne zumindest die Mundschutzmaske zu tragen. „Nur so ist zu gewährleisten, dass wir für die Bevölkerung weiterhin schlagkräftig zur Stelle sind, wenn unsere Hilfe benötigt wird. Auch dann noch, sollten sich die Maßnahmen weiter verschärfen“, so Feuerwehrkommandant Markus Unter.

Außergewöhnliche Zeiten, außergewöhnliche Maßnahmen

Die Zeit ist außergewöhnlich, die Maßnahmen sind es auch. Wir als Feuerwehr werden jedoch alles versuchen, die gewohnte Schlagkraft aufrecht zu erhalten und für die Sicherheit unserer Mannschaft Sorge tragen. Und nach der Krise wird es auch wieder möglich sein, die sozialen Kontakte in der gewohnten Form zu pflegen.

Schwierige Zeiten, schwierige Entscheidungen und Maßnahmen.
Aber auch diese Zeit geht vorbei.

Für das Verständnis danke ich allen Mitgliedern der beiden Alkovener Feuerwehren. Mir ist bewusst, dass die Maßnahmen einschneidend sind, welche jedoch zugunsten der Sicherheit jedes Einzelnen unumgänglich sind!

Kommandant Markus Unter

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