30./31.10.2026: Gebäudeeinsturz, Forstunfall, Suchaktion, Stabsarbeit → Alkovener Feuerwehren bei Samariterbund-24er-Übung auch gefordert
Der Arbeitersamariterbund (ASB) Alkoven führte von Freitagnachmittag, 30. Oktober, bis Samstagmittag, 31. Oktober 2026, mit seinen Kräften eine 24-Stunden-Übung durch. Im Zuge dessen fanden in seinem Wirkungsbereich in den Gemeinden Alkoven, Kirchberg-Thening und Oftering mehrere Einsatzübungen statt. Dabei involviert waren auch die Feuerwehren – und somit auch beide Alkovener Feuerwehren. Die Aufgaben reichten von der Stabsarbeit über einen Forstunfall und eine Suchaktion bis hin zum simulierten Gebäudeeinsturz mit Suchhundeeinsatz.
Bildergalerie am Ende des Beitrages
Einen fordernden Übungstag konzipierte der Alkovener Samariterbund für seine Mitglieder. Mehrere verschiedene Szenarien, teilweise mit Einbindung der Feuerwehr und teilweise ohne, sollten die Teilnehmer in einem Einsatzmarathon ordentlich fordern (was sie den Rückmeldungen zufolge dann auch tatsächlich taten). Die jeweiligen Übungen fanden im gemeindeübergreifenden Einsatzgebiet des Samariterbundes und damit in verschiedenen Gemeinden statt. Feuerwehrseitig standen Aktivitäten am Freitagnachmittag, Freitagabend sowie am Samstagmorgen auf dem Programm. Während der Nachtstunden standen beim ASB zudem medizinische Notfälle auf dem Programm, die ohne Unterstützung durch eine Partnerorganisation abgearbeitet werden konnten.
Die Feuerwehren Alkoven und Polsing waren in folgende Übungen bzw. Stationen involviert:
- Dispositionen / Stabsarbeit in der Einsatzzentrale im Feuerwehrhaus (Freitagnachmittag)
- Forstunfall (FF Polsing)
- Suchaktion (FF Polsing mit FF Axberg)
- Gebäudeeinsturz (FF Alkoven)
Disponierung von Aufgaben
Schon am Nachmittag standen die neue Einsatzzentrale der Feuerwehr Alkoven und die in Eigenregie entwickelte Applikation für das Management mehrerer gleichzeitig anfallender Schadensstellen auf dem Prüfstand. Stabsarbeit in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Alkoven und dem Samariterbund war übungsmäßig durchzuführen. Neben der Feuerwehr Alkoven kamen auch zwei Kameraden der Feuerwehr Polsing zum Einsatz.


Ab 15 Uhr bestand deren Aufgabe darin, verschiedene Einsatzaufgaben über Telefon und Funk einzuspielen. Damit wurde der aktivierte Einsatzstab laufend mit neuen Herausforderungen konfrontiert und auf Trab gehalten.
Forstunfall (FF Polsing)
In die erste praktische Feuerwehrübung im Gemeindegebiet war die Feuerwehr Polsing involviert. Dabei mussten insgesamt drei verletzte Personen versorgt und gerettet werden.

Eine Person war unter einem Baum eingeklemmt, eine weitere hatte sich mit einer Motorsäge verletzt und eine dritte Person war zwischen einem Baum und einer Seilwinde eingeklemmt. Nach der Erstversorgung konnte die unter dem Baum eingeklemmte Person mit vereinten Kräften befreit werden.


Für die Rettung der dritten eingeklemmten Person kam der hydraulische Spreizer zum Einsatz. Anschließend wurden die Verletzten dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben.
Suchaktion im unwegsamen Gelände (FF Polsing)
Das dritte Szenario wurde gemeinsam mit den Feuerwehren Polsing und Axberg sowie der Suchhundestaffel des ASB Alkoven abgearbeitet. Nach einer Party in einem abgelegenen Haus galten insgesamt fünf Personen als vermisst.

Die Suche gestaltete sich aufgrund des teilweise unwegsamen Geländes und der gut versteckten Statisten durchaus anspruchsvoll. Mithilfe der Suchhunde und der Unterstützung durch eine Drohne konnten schließlich alle vermissten Personen gefunden und versorgt werden.


Eine zusätzliche Herausforderung stellte die Rettung einer Person aus einer steilen Böschung dar. Diese wurde mittels Korbschleiftrage und Seil sicher aus dem Gelände gerettet. Gegen Mitternacht waren sämtliche Einsatzübungen für die Feuerwehr Polsing erfolgreich abgearbeitet.

Im Anschluss wurden alle eingesetzten Geräte und Fahrzeuge wieder aufgerüstet und für den Ernstfall einsatzbereit gemacht.
Fordernder Gebäudeeinsturz
Die Übung, in die die Feuerwehr Alkoven eingebunden war, ging von einem teilweisen Gebäudeeinsturz aus. Übungsobjekt war das alte, zum Abriss bestimmte Feuerwehrhaus Alkoven an der B 129. Die Feuerwehr Alkoven rückte dazu um 07.30 Uhr morgens mit dem Rüstlöschfahrzeug sowie der Teleskopmastbühne aus. Der Samariterbund setzte neben Sanitätern auch die eigenen Rettungshunde ein.

Drei Opfer gefunden
Die Rettungshunde wurden im verlassenen Gebäude zur Suche eingesetzt und hatten die Aufgabe, das als teilweise eingestürzt angenommene Gebäude nach Opfern zu durchsuchen. Fündig wurden sie in der Montagegrube der alten Feuerwehrhalle, in einem Verbau im Bereich der Dachterrasse sowie in einem verwinkelten Dachbodenbereich, der in weiterer Folge auch den Zugang über das Dach erforderlich machte.


Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den Aufgaben der Sanitäter, während die Feuerwehr die erforderlichen technischen Maßnahmen durchführte.
Kettensägeneinsatz erforderlich
Der Verletzte im Bereich der Dachterrasse lag laut Übungsannahme in einem eingestürzten Gebäudeteil. Dieser konnte von den Sanitätern zwar versorgt, aber nicht schonend aus seiner Zwangslage befreit werden. Da das Gebäude ohnehin abgerissen wird, durfte auch bis zu einem gewissen Grad destruktiv gearbeitet werden.

Per Motorsäge wurde so viel Platz geschaffen, dass der Patient problemlos gerettet und in weiterer Folge per Teleskopmastbühne zu Boden gebracht und der weiteren Versorgung zugeführt werden konnte.

Verletzter in Montagegrube
Ein weiterer Patient lag nach einem Absturz in der Montagegrube. Er musste in erster Linie intensiv betreut werden. Erst danach war es möglich, ihn mit vereinten Kräften per Spineboard aus der Grube zu heben und (fiktiv) der Rettungshubschrauberbesatzung zu übergeben.


Kniffliger Rettungsweg
Der dritte Patient war in einem verwinkelten Dachbereich eingeschlossen. Er galt zwar als verletzt, eine zeitkritische Rettung war jedoch nicht erforderlich. Um ihn jedoch schonend aus der Situation befreien zu können, musste sich die Feuerwehrmannschaft einen Zugang von außen durch das Dach verschaffen.

Der schnellste Weg zum Öffnen der Dachkonstruktion wäre der Einsatz einer Rettungssäge gewesen – einer Motorkettensäge mit einer speziellen Kette, die auch das Durchtrennen von Nägeln und ähnlichen Materialien erlaubt.


Man wählte im Übungsfall jedoch eine eher materialschonende Variante und entschied sich für Säbelsäge, Halligan-Tool, Fuchsschwanz etc. – mühsam, aber fordernd. Damit wurde im Bereich des Blechdachs und der darunterliegenden Kaltdachkonstruktion schrittweise eine Öffnung geschaffen.

Durch weitere Sägearbeiten gelang es schließlich, eine ausreichend große Rettungsöffnung herzustellen. Mithilfe einer Korbschleiftrage wurde der Patient schließlich über das Dach ins Freie gebracht und in den Korb der Teleskopmastbühne verbracht. Deren Besatzung übergab den Verletzten am Boden schließlich den Sanitätern.
Fazit
Für beide Alkovener Feuerwehren brachte die Großübung des Samariterbundes nicht nur eine Auffrischung in der direkten Zusammenarbeit zwischen den Einsatzorganisationen, sondern auch recht interessante Aufgaben bei durchaus fordernden Szenarien.
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