15.10.2026: Technische-Rettungs-Challenge im Abbruch-Feuerwehrhaus Alkoven
Eine Übung mit technischem Pfiff haben die Verantwortlichen der Freiw. Feuerwehr Alkoven für den Abend des 15. Oktober 2026 vorbereitet, an der auch die Feuerwehr Polsing teilgenommen hat. Rettungsarbeiten auf beengtem Raum, ausgelastete Mannschaft, eine unvorhergesehene Gasexplosion und ein sehr herausfordernder Arzt. Ein Paket, das die Feuerwehrleute nicht nur unter Druck setzte, sondern auch enormen Nutzen bewirkte.


Von Hermann Kollinger
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Ein weiteres Mal war das zum Abbruch bestimmte, alte Feuerwehrhaus Alkoven am Abend des 15. Oktober 2026 Schauplatz einer Einsatzübung. Sie widmete sich dieses Mal der technischen Personenrettung und war komplett auf die Anzahl an Teilnehmern ausgerichtet. D.h. man hatte Szenarien für mehr oder auch weniger Einsatzkräfte vorbereitet, um Stillstände oder „Arbeitslose“ möglichst zu vermeiden.

Die Ziele
Im Zuge der Übungsvorbereitung hatte man sich folgende Ziele gesetzt:
- Schonende Personenrettung – ein als Arzt fungierender Feuerwehrmann (langjähriger Ausbilder bei der Berufsfeuerwehr Linz) sollte zur Schonung seiner Patienten modifizierte Arbeitsweisen bewirken
- Arbeiten unter Zeitdruck und auf engem Raum
- Stabilisierung von Fahrzeugen unter Einsatz von StabFast
- Eigenschutz, Batterie- und Airbag-Management
- Glasmanagement und Einsatz von mehreren Schnitttechniken
- Üben des Alarmrückzugs aufgrund drohender Gefahr
- Türöffnung und Personenrettung über Leiter
- Fahrzeugübergreifendes Arbeiten mit Geräten (nicht nur das, was „mein“ Fahrzeug mitführt)


Ausgangslage
Die Feuerwehr Alkoven erhielt um 19 Uhr die Einsatzinformation über fünf Personen in unbekannter Notlage in einer Werkstatt (egal nun aus welchem Anlass (Verpuffung, Explosion etc.)). Während des Ausrückens erhielt auch die Feuerwehr Polsing die entsprechende Information. Weitere Details waren, abgesehen von der Adresse beim alten Feuerwehrhaus an der B 129, nicht vorhanden.

Die Erkundung unter Lärm
Da am Schadensort außen niemand anwesend war, ging der Einsatzleiter über ein zu öffnendes Tor in die Werkstatt (ehemalige Fahrzeughalle) vor und fand ein breit gestreutes Schadensbild vor. „In diesiger Umgebung konnte ich drei Fahrzeuge in der Halle vorfinden. Ein Pkw stand absturzgefährdet zu einem Teil über einen Schacht in den Keller, ein Auto hing in Schräglage in einer Montagegrube (verletzte Fahrerin) und ein Fahrzeug mit einer Person darin lag in Schräglage. Ich brach die Erkundung ab und teilte umgehend drei Gruppenkommandanten jeweils einer Schadenslage zu“, berichtet Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant Martin Burger bei der Nachbesprechung.


Erschwerend für die weitere Kommunikation kam das durchgehende Einspielen von Personenschreien und Umgebungslärm hinzu. Vier der laut Alarmmeldung fünf Personen konnten somit bereits ausfindig gemacht werden. Die eintreffende Feuerwehr Polsing erhielt den Auftrag sowohl zur Unterstützung der Menschenrettung als auch zur Suche nach einer weiteren Person irgendwo im Gebäude.

Arbeit unter Hochdruck
Nach dem Aufbau von Rettungsplanen und Co liefen die Rettungsarbeiten unter Hochdruck. Alle Schulungsteilnehmer hatten alle Hände voll zu tun mit folgenden Szenarien.
- Pkw in Montagegrube: Beim Auto in der Montagegrube galt es, eine seitlich eingeklemmte Person zu retten. Hier stellten sich die Hebekissen als sehr zielführend heraus. Die Lenkerin hatte Verletzungen unbekannten Grades und eine vorbestehende Wirbelsäulenverletzung, sodass lediglich eine achsengerechte Rettung in Frage kam. Der gespielte Arzt sorgte auch mit Nachdruck dafür, dass darauf geachtet wurde. Im weiteren Übungsverlauf sollte es auch notwendig werden, die Trennwand des Fahrzeuges zum Laderaum nach hinten zu öffnen und die Person über diesen Weg zu retten.


- Über Schacht hängendes Auto: Der Pkw im Kellerschacht (ehemaliger Schlauchturm) galt als massiv instabil (war im Zuge der Übungsvorbereitung jedoch gesichert worden). Vor jeglicher Personenrettung musste dieser erst einmal gegen Absturz gesichert werden. Bewusst wurden die anderen Fahrzeuge recht nah daran platziert, um die Herausforderung dabei zu erhöhen. Hier kamen neben div. Spanngurten und Rettungsschere auch der Pedalschneider zum Einsatz.


- Pkw in Seitenlage: Auch dieser musste vor der Durchführung der Menschenrettung erst einmal gesichert werden.
- Vermisste Person: Die Räumlichkeit im ersten Stock (ehemaliger Jugendraum) war nur über die ehemalige Einsatzzentrale erreichbar, jedoch wurde die Wendeltreppe bereits abgebaut, sodass es auch hier Wege zu finden galt (beispielsweise über eine vorzunehmende Fensteröffnung …).


Der große Knall – Rückzug
Während emsig an den Aufgaben gearbeitet wurde, weckten ein Knall und ein folgendes Zischen die Aufmerksamkeit der Feuerwehrleute. Im in die „Werkstätte“ ragenden Container kam es zu einer Explosion bzw. einem Gasaustritt. Nach erster Ratlosigkeit erfolgte im Hinblick auf den Eigenschutz der unverzügliche Befehl zum Stopp aller Arbeiten und zum Rückzug aus dem Gebäude.

Atemschutzeinsatz unter Druck
Der mitalarmierte Gasnotdienst stand zur Beratung der weiteren Vorgehensweise zur Verfügung und empfahl den Einsatz des Gasspürgerätes sowie die Bergung der Gasflasche. Unter Druck rüsteten sich zwei Atemschutzgeräteträger aus und führten die Bergung des Behältnisses durch. In weiterer Folge konnten die Rettungsmaßnahmen fortgesetzt werden.



Schweißtreibend
Die Szenarien waren fordernd vorbereitet. Teilweise schweißnasse Kräfte, die mit aller Kraft Personen zu befreien hatten (teilweise mit schwarzen Kabelbindern auf schwarzer Kleidung befestigt), ein Arzt, der sehr wohl wusste, was er wollte, und die Kombination einer Vielzahl von Aufgaben machten die Übung außergewöhnlich. Jeder hatte Hand anzulegen.


Der Verletzte im ersten Stock konnte beispielsweise erst über die zusammengebaute Schrägleiter transportiert werden, nachdem an anderer Stelle Kräfte freigeworden waren (im Ernstfall wären bereits weitere Kräfte alarmiert worden). Nach rund eineinhalb Stunden waren die gestellten Aufgaben schlussendlich abgearbeitet und erfüllt.
Nachbesprechung
Wo geübt wird, passieren auch Fehler. Wäre dem nicht so, müsste man nicht mehr üben. Daher gab’s im Zuge der Nachbesprechung vor Ort nicht nur Lob für die gute Arbeit, sondern durchaus Anregungen oder Mängelhinweise wie dort und da fehlender Eigenschutz und die mit entsprechendem Abstand mögliche Durchlüftung des Gebäudes nach der ersten Rückzugsphase.


Ein markanter Hinweis galt auch der Bewusstseinsbildung beim Austritt von Gas, beispielsweise hinsichtlich mitgeführter Geräte wie Mobiltelefone etc., die nicht explosionsgeschützt sind.
Tenor
Die teilnehmende Mannschaft war von den Herausforderungen begeistert. Vor allem für die jüngeren Kräfte war es eine Challenge, dort und da einmal ohne die Tipps der Erfahrenen voranzukommen zu müssen und auf sich selbst gestellt zu sein, weil einfach alle gebunden waren.

Ebenso wurde die Vielfalt der erforderlichen Ausrüstung und das notwendige Bedienen derselbigen sehr positiv hervorgehoben. Nach den Aufräumarbeiten ging die Einsatzübung gegen 21.30 Uhr zu Ende und man wechselte zu einem abschließenden Imbiss.
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17. Oktober 2026 von 8-12 Uhr: Feuerlöscherüberprüfung im Feuerwehrhaus POLSING!




















































