Feuerwehren in Alkoven

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04.09.2026: Letzter Alarm bringt Quantensprung für die Feuerwehr Alkoven → Umzug ins neue Feuerwehrhaus

Rund ein Vierteljahrhundert, nachdem der Neubau des Feuerwehrhauses Alkoven und damit die Zusammenführung der auf mehrere Standorte verteilten Ausrüstung in einer gemeinsamen Zentrale erstmals thematisiert worden war, war es am Nachmittag des 4. September 2026 schlussendlich so weit. Nach gut 16 Monaten Bauzeit zog die Feuerwehr Alkoven in einem Konvoi durch den Ort und einen Teil von Hartheim in ihre neue Unterkunft ein. Ein Gebäude, das nicht nur für die Feuerwehr selbst einen Quantensprung darstellt, sondern im Fall der Fälle künftig auch das Krisenzentrum der Gemeinde Alkoven beherbergen wird.

Text und Bilder von Hermann Kollinger
Am Ende des Beitrages findet sich eine Galerie mit allen Fotos.

Es war ein weiter Weg

Es war ein weiter Weg, den die Feuerwehr Alkoven bis zu diesem Tag zu bestreiten hatte – auf das eine oder andere Detail dazu wird dann nach der offiziellen Eröffnung des Gebäudes im Frühjahr 2027 noch genauer eingegangen. Ein markanter Meilenstein liegt jedenfalls bereits lange zurück: Nachdem eine Besichtigung durch das Land Oberösterreich im Jahr 2000 schon die Anregung brachte, nichts mehr in dieses Gebäude zu investieren, fasste am 23. September 2009 der Alkovener Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für den Neubau und den Ankauf des dafür vorgesehenen Grundstücks.

Für Freitag, den 4. September 2026, war um 17 Uhr schließlich der letzte Alarm im bisherigen Feuerwehrhaus an der B 129 angesetzt. Blockweise wurde das neue Gebäude zuvor abgenommen und an die Gemeinde Alkoven als Eigentümerin übergeben. Dadurch konnten in den Tagen davor bereits zahlreiche Ausrüstungsgegenstände, die für die unmittelbare Einsatzbereitschaft nicht benötigt wurden, von der Alten Hauptstraße 7 in das neue Gebäude in der Bauhofstraße 1 – beim ersten Kreisverkehr zwischen Lagerhaus Alkoven und Hartheim – übersiedelt werden. Bereits in den Monaten zuvor waren die alten Unterkünfte teamweise durchforstet worden. Es galt zu entscheiden, was mitgenommen, verkauft oder verschenkt werden kann – und was nach vielen Jahren endgültig ausgedient hatte.

Das Gebäude wird zum „Lost Place“.

Ende einer Ära

Der letzte Alarm sollte schließlich eine lange Ära ausläuten. Eine Ära voller Emotionen und Geschichten, Heiterem und Traurigem. Oder, um einen hochrangigen Feuerwehroffizier aus der Zeit des Baustarts zu zitieren, den Umzug aus der „gemütlichen Kemenate“ in ein vernünftiges und zeitgemäßes Feuerwehrhaus besiegeln. Nach der Doppelfahrzeugsegnung im Mai, den zusätzlichen Anforderungen durch den Feuerwehrhausbau, dem ohnehin laufenden „normalen“ Feuerwehrgeschäft und nicht zuletzt der Urlaubszeit wurde schließlich durch eine Abstimmung der Mannschaft entschieden, die offizielle Eröffnung nicht mehr im Jahr 2026 durchzuführen. Damit bleibt zugleich Zeit, sich im neuen Haus einzuleben, Abläufe einzuspielen und noch zahlreiche notwendige Detailarbeiten zu erledigen. Mit dem 30. April und 1. Mai 2027 wurden daher zwei Tage für die offizielle Eröffnung samt Festakt und Programm für die Bevölkerung angesetzt.

Der letzte Alarm bedeutete dennoch bereits jetzt den absoluten Umbruch für die Feuerwehr Alkoven. Ein historisches Ereignis, das nicht einfach sang- und klanglos über die Bühne gehen sollte. Vielmehr war es das Ziel, auch Interessierte aus der Bevölkerung daran teilhaben zu lassen. Aufgrund der nach der Ankunft noch notwendigen Arbeiten zur Herstellung der Einsatzbereitschaft war ein öffentliches Fest im neuen Feuerwehrhaus selbst jedoch noch nicht Bestandteil dieses Umzugstages.

Konvoi in drei Teilen

Der Fahrzeugkonvoi sollte in seiner ersten Phase zugleich eindrucksvoll sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Feuerwehr Alkoven über viele Jahre hinweg arbeiten musste: Fahrzeuge, Boote und Ausrüstung waren auf mehrere Standorte verteilt. Der Großteil der Fahrzeuge sowie die Mannschaft starteten beim Feuerwehrhaus an der B 129. In der Alten Hauptstraße stieß der Pickup dazu, der bislang im Gründerhaus gegenüber dem bisherigen Feuerwehrgebäude eingestellt war. Dieses Gebäude diente gleichzeitig als Katastrophenschutzlager.

Am Gemeindeplatz kam das Mannschaftstransportfahrzeug mit dem kleinen Taucherboot hinzu. Der alte Bauhof hatte über Jahre hinweg auch als Einstellplatz für die drei Boote und deren Anhänger gedient. Im Bereich der Kirche reihte sich schließlich noch der Wechsellader mit Kran in den Konvoi ein. Das im April 2026 in Dienst gestellte Stützpunktfahrzeug war aufgrund seiner Dimensionen bereits seit seiner Indienststellung im neuen Bauhof – und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Feuerwehrhaus – eingestellt gewesen. Aus mehreren Richtungen wurde somit ein Konvoi, der am Ende genau das symbolisierte, was mit diesem Tag Geschichte werden sollte: die auf mehrere Gebäude verstreute Feuerwehr Alkoven.

Moderation für die geladenen Gäste

Während des Umzuges warteten die geladenen Gäste – darunter Vertreter der Gemeindepolitik sowie der am Bau beteiligten Unternehmen – bereits im neuen Feuerwehrhaus auf die Ankunft des Konvois. Dabei konnten sie den Umzug nicht nur über Drohnenbilder mitverfolgen. Unterstützend tätig war hierbei die Einsatzführungsunterstützungseinheit (EFU) der FF St. Marienkirchen an der Polsenz. Parallel dazu wurden die Gäste im Moderationsstil über den Nutzen, die Aufgaben und die Einsatzzwecke der nach und nach anrückenden Fahrzeuge und Gerätschaften informiert.

Der letzte Alarm

Mit 17.00 Uhr des 4. September 2026 stand der geschichtsträchtige Moment schließlich unmittelbar bevor. Die Mannschaft inklusive der Feuerwehrjugend trat in der alten Fahrzeughalle an. Nach einigen rückblickenden Worten durch Kommandant Martin Burger – selbst einer jener Feuerwehrleute, die mit diesem Haus von Kind an aufgewachsen sind – übergab er seinem Stellvertreter Michael Baumann das Kommando. Der Auftrag: Abwarten auf den letzten Alarm.

Absolute Stille. Wohl viele machten sich in diesem Moment noch einmal Gedanken darüber, was sie in diesem Gebäude alles erlebt hatten. Natürlich, es sind letztlich nur Mauern. Aber gerade bei einer Feuerwehr bekommen diese Mauern über Jahrzehnte vieles davon mit, was die Menschen darin beschäftigt, gefordert oder geprägt hat. Da waren die unfallträchtigen Jahre der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre, in denen die B 129 und die B 133 immer wieder zu Schauplätzen schwerer Verkehrsunfälle wurden und zwei oder drei Einsätze mit eingeklemmten Personen pro Monat keine Seltenheit darstellten.

Da waren persönliche Erfolge und Misserfolge, Einsätze, die belasteten, und andere, über die man später auch einmal schmunzeln konnte. Stunden des Wartens, Arbeitens, Übens und auch mal Feierns – aber auch Momente, die man vielleicht nie mehr ganz vergisst. All diese Gedanken prägten die Stille. Bis sie schlagartig vorbei war. Die am Dach des Feuerwehrhauses montierte Motorsirene heulte zum letzten Mal auf.

Vorschau-Video: Sprichwörtlich der letzte Alarm.

Künftig wird sie am Lagerhausturm ihren Dienst versehen. Jetzt aber galt ihr Alarm ein letztes Mal diesem Gebäude. 15 Sekunden lang Gänsehaut-Feeling, dass sogar Zuschauer bestätigten, die die Symbolik dieses Alarms wussten. Es war so weit. Die Ära Feuerwehrhaus B 129 war zu Ende. Ehrenkommandant Walter Burger drückte zum letzten Mal die „Ausgerückt“-Taste, die der Landeswarnzentrale bestätigt, dass Mannschaft im Feuerwehrhaus eingetroffen ist.

Die Mannschaft nahm in weiterer Folge auf der Nordseite des Gebäudes Aufstellung. Die ersten Trommelschläge des Musikvereins Alkoven kündigten den Start des Umzuges an. Über die gesamte Strecke durch Alkoven und Hartheim verfolgten zahlreiche interessierte Zuseher den Konvoi in seiner bereits beschriebenen Zusammensetzung. Die Boote wurden dabei von jenen Fahrzeugen gezogen, die sie üblicherweise auch im Einsatzfall an den Bestimmungsort bringen. Auch im neuen Feuerwehrhaus stehen die jeweiligen Gespanne wieder entsprechend hintereinander in der Fahrzeughalle. Die Feuerwehren Polsing und Axberg unterstützten während des Umzuges bei der Absicherung der Verkehrswege.

Ankunft in der neuen Zentrale

Das durchaus flotte Marschtempo des Konvois in Verbindung mit Temperaturen um die 30 Grad forderte bei so manchem seinen Schweißtribut. Der Motivationsschub durch das Ziel vor Augen machte jedoch vieles wett: eine Unterkunft, die erstmals alles unter einem Dach vereint und das Anfahren von zwei oder drei verschiedenen Gebäuden bei bestimmten Einsätzen endgültig der Vergangenheit angehören lässt. Bürgermeisterin Mag. Monika Weberberger-Rainer übergab nach ihren Dankesworten symbolisch den Schlüssel für das neue Feuerwehrhaus und Krisenzentrum der Gemeinde Alkoven.

Auch ihr war der Stolz über das gelungene Projekt anzumerken. Auf dessen Entstehungsgeschichte und Details wird bei der offiziellen Eröffnung ebenso noch genauer eingegangen werden wie auf die Ausstattung und die Möglichkeiten, die das neue Gebäude der Feuerwehr eröffnet.

Kommandant Martin Burger richtete seinen Dank an die politischen Vertreter, die beteiligten Unternehmen und allen voran an die eigene Mannschaft. Besonders hervorgehoben wurden dabei Wolfgang Galyo und Wolfgang Eckmayr. Die beiden Kameraden waren über rund eineinhalb Jahre hinweg – selbstverständlich unentgeltlich – an fünf bis sieben Tagen pro Woche auf der Baustelle präsent. Durch diese intensive Begleitung konnten zahlreiche Dinge bereits im laufenden Bauprozess erkannt, vermieden, korrigiert, verbessert oder optimiert werden.

Eine nahezu unvorstellbare Leistung erbrachten die beiden darüber hinaus in der gesamten Projektabwicklung und bei der laufenden Abstimmung mit dem Generalübernehmer und den beteiligten Unternehmen. Eine Arbeit, deren tatsächlicher Umfang von außen wohl nur schwer nachvollziehbar ist.

Herstellung der Einsatzbereitschaft

Mit der symbolischen Schlüsselübergabe war der Umzugstag für die Feuerwehr noch lange nicht beendet. Nach der Verpflegung der Beteiligten hieß es: komplette Einsatzbereitschaft herstellen. Erstmals seit der Errichtung des Gebäudes füllten sich nun sämtliche dafür vorgesehenen Stellplätze mit Fahrzeugen, Booten und Anhängern. Und erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Alkoven befand sich damit der wesentliche Fuhrpark gemeinsam in einer einzigen Fahrzeughalle.

Nordseite

Was bei vielen Feuerwehren längst selbstverständlich erscheint, war in Alkoven über Jahrzehnte nicht möglich gewesen. Nun mussten Gerätschaften zugeordnet, Fahrzeuge einsatzbereit positioniert, persönliche Ausrüstung eingeräumt und die neuen Abläufe vorbereitet werden. Denn nach dem letzten Alarm aus dem alten Haus musste jederzeit auch der erste Alarm aus der Bauhofstraße 1 bewältigt werden können. Eine rund ein Vierteljahrhundert dauernde Odyssee war damit zu Ende. Gleichzeitig begann eine völlig neue Ära.

Südseite

Eröffnung zum Maifest 2027

Die offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten gehen am 30. April und 1. Mai 2027über die Bühne. Am Freitag, dem 30. April, ist der offizielle Festakt zur Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses vorgesehen, am Samstag, dem 1. Mai, folgt ein Familienfrühschoppen mit Musik, Kinderprogramm und kulinarischem Angebot. Das Maifest soll sich künftig in regelmäßigen Abständen auch bei der Feuerwehr Alkoven etablieren.

Entsprechende Informationen zur Feuerwehrhauseröffnung und zum Programm sind neben den Kanälen der Feuerwehr bereits unter http://www.mai-fest.at zu finden. Das alte Feuerwehrhaus wird dann wohl nicht mehr stehen. Den Plänen des neuen Eigentümers zufolge – unser bisheriger Banknachbar – wird an der Stelle wohl heuer noch mit dem Neubau des zweiten Human-Gebäudes begonnen werden, nachdem das alte Gebäude abgetragen wurde.

Eines bleibt noch: „Mutig in neue Zeiten“, wie es Kommandant Martin Burger auf den Punkt brachte, bevor die Mannschaft zum Einräumen und Bestücken ihrer Spinde abtrat.

Video

Video folgt in den nächsten Tagen! Es benötigt noch etwas Zeit.

Alle Fotos als Gallerie

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