Aushang
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21.07.2017: Feuerwehrzufahrt Neubaustraße, Falsch-Info-Aushang, Spendenboykott

Geschätzte Bevölkerung,

offensichtlich hat man es sich derzeit zur Mode gemacht, Entscheidungen oder Hinweise der Freiwilligen Feuerwehr Alkoven, die im Grunde als verlängerter Arm der Gemeinde agiert (wenngleich das auch oft nicht so gesehen wird), aus Nichtwissen oder Falschinformationen anzuzweifeln und im vorliegenden Fall auch mit einem Aushang mit falschen Inhalten in mehreren Mehrparteienhäusern in Hartheim / Neubaustraße zu unterstreichen. Da das Mittel der Mundpropaganda hier schon recht kuriose Wege bestreitet, darf die Feuerwehr im Sinne ihrer eigenen Sicherheit eine entsprechende Aufklärung dazu übermitteln.

Zweiter Rettungsweg war beim Bau schon Vorschrift

Beim Neubau der mehrgeschossigen Objekte in der Neubaustraße in Hartheim wurde entsprechend der gültigen OIB-Richtlinie 2 bzw. der Bautechnikverordnung ein zweiter Rettungsweg vorgeschrieben. Die Feuerwehr hat die Verpflichtung, bei Bauvorhaben dieser Art auf die Einhaltung der Vorschriften Sorge zu tragen. Im vorliegenden Fall ist der zweite Rettungsweg die Rettung durch die Feuerwehr über die Teleskopmastbühne. Eine seitliche Zufahrt zu den Objekten ist nur auf einer Seite möglich, die auch als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet ist. Leider ist diese durch die zuständige Wohnungsgenossenschaft aufgrund der recht bescheidenen Parksituation dort nicht ganz so ausgeführt worden, wie es vorgesehen war. Das hat zur Folge, dass es zur Gewohnheit geworden ist, die Absperrungen zu entfernen und die Feuerwehraufstellfläche als Parkplatz zu benutzen. Eine rasches Zufahren oder Aufstellen der Teleskopmastbühne ist im Brandfall somit nicht mehr möglich. Von einer raschen Rettung braucht man dann gar nicht mehr reden, wenn das Stiegenhaus durch Rauch (und das ist bereits bei einem Kellerbrand der Fall) blockiert ist. Ein zweiter (teurer) Rettungsweg wäre – der Form halber erwähnt – auch eine oder mehrere Fluchttreppen bei jedem Gebäude!
Die seit 23. September 2009 eingereichte Forderung nach Absicherung der Feuerwehrzufahrt durch einen Schranken ist somit ein Anliegen, dass IHRE persönliche Sicherheit betrifft. Es geht nicht um irgendeine Vorliebe der Feuerwehr oder eines Funktionärs, die bzw. der seine Aufgaben ehrenamtlich ohne jegliche Bezahlung etc. wahrnimmt und zum Aufzeigen von Brandschutzmängeln auch verpflichtet ist. Leider werden die Notwendigkeiten von Maßnahmen wie diesen erst dann in den Mittelpunkt gerückt, wenn etwas passiert. Und genau das soll jedoch nicht geschehen, auch wenn der Gedankengang, dass es sowieso nur bei den anderen brennt oder zu Notfällen kommt, heute präsenter ist, denn je.

Keine Kostenabwälzung auf die Mieter

Nun aber per anonymen Aushang die Mieter der betroffenen Gebäude aufzuhetzen und zu meinen, es handle sich um eine Entmündigung der Bürger, ist ein Zeugnis von Unwissen. Man kennt die Stimmen danach, dass man dieses oder jenes ja hätte wissen müssen, Erfahrungen von den letzten Hochwässern in Alkoven oder einzelnen Einsätzen haben wir als Feuerwehr ja ausreichend, wo zuvor niemand etwas wissen wollte. Ebenso ist es Unfug, zu glauben, die Kosten für diese möglichen Schranken würden die Mieter tragen müssen. Der zweite Rettungsweg ist Vorschrift, der bereits beim Bau der Objekte entsprechend vorzusehen war und somit kein Luxus- oder Zusatzartikel ist. Somit hat dafür auch die Wohngenossenschaft Sorge zu tragen, ohne diesen Aspekt auf die einzelnen Mieter abzuwälzen, da es eine Angelegenheit, die bereits bei Ihrem Einzug ins Gebäude entsprechend vorbereitet hätte sein sollen. Nun der Feuerwehr die Schuld zu geben oder aufzurufen, sich bei den Spenden künftig hin zurückzuhalten, ist alles andere als motivierend für Kräfte, die garantiert unentgeltlich ihre Freizeit investieren, um diese aus der Gemeinde ausgelagerten Aufgaben (diese ist primäre dafür verantwortlich) auch noch wahrnehmen. Auch hier wäre es oft sinnvoll, sich vorher zu informieren als durch Unwissenheit Dinge zu verbreiten, die nicht korrekt sind.

Boykott der Feuerwehrspenden?

Zum Spendenboykott der Feuerwehr aufzurufen, bringt keiner beteiligten Seite etwas, denn fordert diese nicht die Einhaltung der brandschutz- und sicherheitstechnischen Vorschriften, dann ist es die Gemeinde, die dafür verantwortlich ist. Kein persönliches Interesse, denn es ist IHR Zuhause, nicht jenes der Feuerwehr. Wir und sicher auch Sie wollen schlussendlich auch im Ernstfall den höchstmöglichen Grad an Sicherheit.

Markus Unter
Geschäftsführender Kommandant
FF Alkoven
21. Juli 2017

Der anonym verfasste Aushang

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