02.03.2017: Tiefgaragenbrand in neuer Wohnanlage in Hartheim beübt

Ganz im Zeichen des Branddienstes stand der Übungsabend der Feuerwehren Alkoven und Polsing am 2. März 2017. Austragungsort war die neue Wohnhausanlage im Oberfeldweg im Ortsteil Hartheim. Dort stehen zwei der drei geplanten, viergeschossigen Wohngebäude kurz vor der Fertigstellung. Inkludiert ist auch eine Tiefgarage mit rund 1.400 m2 Fläche. Diese wurde auf Anforderung der Feuerwehr aufgrund der Größe mit einer Rauchschutztüre geteilt, welche im Brandfall automatisch schließt und so die Verqualmung der kompletten Garage vermeiden soll. So wird der Angriffsweg zu einem brennenden Fahrzeug im Ernstfall zumindest etwas erleichtert.

Auto brennt im hinteren Garagenteil

Für die Übung angenommen wurde ein Autobrand im hinteren Teil der Garage. Der Brand wurde mit Blinkleuchten gekennzeichnet und der Garagenteil mit einer Nebelmaschine verqualmt. Die Hand vor den Augen zu sehen war bereits eine Schwierigkeit, die Orientierung für die Einsatzkräfte somit eine noch größere. Die Rauchschutztür hat ordnungsgemäß geschlossen und somit „nur“ den betroffenen Garagenteil verqualmt.

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Erstangriff über Tiefgarageneinfahrt

Die ersteintreffenden Kräfte übernahmen den Angriff über die Zufahrt zur Tiefgarage, deren erster Teil durch die Rauchschutztür rauchfrei geblieben ist. Ab dem ersten Verteiler im Garagenraum bereitete der der Atemschutztrupp über die Schlauchtragekörbe seinen Löschangriff vor und drang dann in den völlig verqualmten Brandbereich vor. Ohne Wärmebildkamera, die auch durch den Rauch „sehen“ kann, wäre das Vordringen zum brennenden Fahrzeug zwecks Orientierungslosigkeit ein schier unmögliches Unterfangen, wenngleich der echte Brandqualm im hinteren Bereich zunehmend im oberen Bereich sich sammeln würde und es zur Komplettverrauchung erst nahe des Feuers kommen würde. Der Übungsrauch hingegen verteilt sich komplett den Rauch durchdringend.

Zweiter Trupp über Kellerzugang

Während die Feuerwehr Polsing bereits die Herstellung einer Löschwasserversorgungsleitung von der Axbergerstraße übernommen hat, bereitete der Atemschutztrupp des Rüstlöschfahrzeuges einen Angriff über einen der Garagenzugänge der Wohnhäuser vor. Die Löschwasserversorgung dieses Trupps wurde sogleich über die vorhandenen Steigleitungen erprobt. Ein weiterer Atemschutztrupp, gestellt durch die Polsinger Feuerwehr, führte eine Personensuche und –rettung durch.

Stellprobe mit Teleskopmastbühne

Die Besatzung der Teleskopmastbühne übernahm eine Stellprobe zwischen den beiden Wohnhäusern. Da sich darunter jedoch die Tiefgarage befindet, wurde bereits vor Baubeginn eine entsprechende Tragfähigkeit dieses Stellplatzes zur Personenrettung gefordert und auch ausgeführt. Von der gewählten Position konnten die Wohnungen beider Häuser erreicht werden.

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Belüftungsmaßnahmen

Insgesamt drei Hochleistungslüfter wurden in weiterer Folge in Stellung gebracht, um die verqualmte Garage im Anschluss rauchfrei zu machen. Und die bei den beiden Feuerwehren vorhandenen drei Geräte waren hin Hinblick auf die Effektivität des Ausblasens des Kunstrauchs auch erforderlich.

Weiterer Alarm während Aufräumarbeiten

Gegen 20.30 Uhr konnte mit den Aufräumarbeiten von der um 19.00 Uhr gestarteten Einsatzübung begonnen werden. Während diese voll im Gang gewesen sind, wurde noch die Verrauchung der Kellerabteile samt einer vermissten Person gemeldet. Abermals drangen zwei Atemschutztrupps in den betroffenen Brandraum vor, führten neuerlich die notwendigen Maßnahmen durch und konnten dann die Aufräumarbeiten fortsetzen. Da es wohl die letzte Möglichkeit war, diese Kellerräume samt Verrauchung beüben zu können, hatte man sich dazu entschieden, diese Einlage noch an die Aufräumarbeiten anzuschließen. Nach der Wiederherstellung der vollständigen Einsatzbereitschaft war der Übungsabend schlussendlich um 22.00 Uhr beendet.

Erkenntnisreiches, erstes Training

Für alle Teilnehmer brachte die Einsatzübung wesentliche und neue Erkenntnisse. Da es sich hierbei um die bisher größte Tiefgarage im Gemeindegebiet handelt, war es ein noch recht neues Thema, mit dem sich die Feuerwehren der Gemeinde Alkoven auseinanderzusetzen hatten.
Auf ein interessantes Thema wies auch die Nachbesprechung hin. So ist die Deckenkonstruktion in der Tiefgarage mit Styropor ausgeführt, welches mit Zement versetzt ist. Dies entspricht den Vorschriften und macht das Styropor grundsätzlich unbrennbar. Bei thermischer Belastung jedoch tropft das Material in natürlich heißer Form zu Boden. Umso wichtiger also, um auf die Bedeutung der Brandschutzhauben für die Atemschutzträger hinzuweisen, denn jeder kann sich ausmalen, was heißes Plastik im Genick bedeutet …

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folgt demnächst

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