28.03.2011: Schwierige Totenbergung aus 12 m Brunnen

Mit den Alarmstichworten "Person in einen Brunnen gestürzt" wurden die örtlichen am 28. März 2011 um 17.52 Uhr in ein Anwesen alarmiert. Die eintreffenden Kräfte fanden dabei eine Person in einem rund 12 Meter tiefen Brunnen auf der Wasseroberfläche (bei rund 3 m Wasserstand) treibend vor. Die Person war zuvor in den Schacht gestürzt. Aufgrund der vorliegenden Lage wurde seitens der Einsatzleitung beschlossen, die Freiw. Feuerwehr Alkoven  nachzualarmieren. Diese führt eine Tauchergruppe und hat bereits die Ausbildung für den neuen Stützpunkt "Retten aus Höhen und Tiefen" in Angriff genommen.

Alarmierung zur überörtlichen Hilfeleistung

"Person in 12 m tiefen Brunnen gestürzt, Höhenrettung und Taucher benötigt" - so um 18.12 Uhr des 28. März 2011 die Vollalarmierungsmeldung für die Freiw. Feuerwehr Alkoven. Aufgrund der anzunehmenden Situation rückte zuerst das Kranfahrzeug aus (Seilwindenbergung über Kranarm), während kurze Zeit später jedoch bekannt wurde, dass sich der Brunnen im Keller eines Gebäudes befindet. So wurde das ausgerückte Kranfahrzeug zurückbeordert und Tauchdienst sowie Höhenrettung machten sich mit dem Kommandofahrzeug auf den Anfahrtsweg. Nach Eintreffen am Einsatzort machte sich die Truppe an die Erkundung der Situation. Zudem wurde mit den beiden örtlichen Wehren die weitere Vorgehensweise besprochen.

Bergung mit Aufwand

Die vorliegende und auch die räumlich eingeengte Situation zeigten, dass der Aufwand für die Bergung – inzwischen war offensichtlich, dass jede Hilfe zu spät kam – etwas größer werden würde. Ein Dreibein zu platzieren war alleine schon räumlich nicht möglich. So entschied man sich, die vorhandenen Innentür auszuhängen. In Zusammenarbeit mit den beteiligten Kräften wurde im Anschluss mit Pölzholz ein sog. Stand errichtet. In weiterer Folge wurde ein mit Tauchanzug sowie schwerem Atemschutzgerät ausgerüsteter Feuerwehrmann der FF Alkoven mittels zweier Seile in die Tiefe gelassen. Währenddessen erfolgte die Einrichtung eines so genannten Expres-Flaschenzuges (Zum Abseilen in den Brunnen wurde ein Seil über eine Umlenkrolle geführt. Abgeseilt wurde mittels Halbmastwurfsicherung. Zum Flaschenzug wurde im Lastseil (wo der Feuerwehrmann daran hängt) eine Seilklemme (Prusik Knoten) eingebaut und das Halteseil (hängender Feuerwehrmann über die Seilklemme rückgeführt.
Nachdem der Feuerwehrmann die in den Brunnen gestürzte Frau am Seil befestigt hatte, wurde er per Express-Flaschenzug wieder nach oben gezogen. Gleiches erfolgte im Anschluss mit dem Opfer. Im Anschluss daran konnten die Feuerwehren den Einsatz beenden und mit den Aufräumarbeiten beginnen.
Einsatzende für die Freiw. Feuerwehr Alkoven war schlussendlich 21.06 Uhr.

Fazit

Für die angehenden "Höhenretter" der Feuerwehr Alkoven war der Einsatz bei aller Tragik äusserst lehr- und erkenntnisreich für die neuen, möglichen Aufgaben für den Sonderdienst "Retten aus Höhen und Tiefen". Der erste Real-Einsatz stand somit bereits auf der Tagesordnung, obwohl der Sonderdienst offiziell erst kurz vor dem Start steht. Das Schulungsprogramm mit eigener Ausrüstung läuft zwar bereits seit Dezember, das komplette Equipemt wird jedoch erst am 5. April 2011 seitens des Katastrophenschutzes des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes an die Gruppe übergeben.

Anmerkung - Beitrag modifiziert per 1.4.2011

Bilder wurden per 1. April 2011 auf besonderen Wunsch der Angehörigen bzw. der Umstände entfernt und auch der Ort des Einsatzes außerhalb von Alkoven entfernt. Die FF Alkoven weist darauf hin, dass sämtliche Beiträge generell sowieso anonymisiert veröffentlicht und keine personellen Daten bekannt gegeben werden. Ziel der Berichterstattung ist es nicht, Betroffene, sondern die durchgeführte Arbeit in den Vordergrund zu rücken.

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