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Das Freiwillige Feuerwehrsystem -
ein System, das sich lange bewährt hat und aufgrund der enormen Personalkosten
von Berufsfeuerwehren auch heute noch in manchen Ländern versucht wird,
aufzubauen, weil der finanzielle Sparkurs vor niemanden Halt macht.
Und trotz dieses freiwilligen Engagements, das ein
Finanzpensum einspart, dass vielen gar nicht bewusst ist, wird mehr und mehr
versucht, auch die Feuerwehren auf Sparflamme zu setzen.
Menschen wie du
und ich
Das System der Freiwilligen Feuerwehren besteht zwischenzeitlich länger als 100
Jahre, so wurde die FF Alkoven bereits im Jahr 1882 gegründet, um der
Bevölkerung im Brand- oder Katastrophenfall zu helfen. War der Name "Feuerwehr"
damals noch passend, steht diese Bezeichnung heute - 2004 - für eine
Einsatzorganisation, die in allen möglichen und unmöglichen Bereichen gerufen
wird und von der man als Hilfesuchender professionelle Hilfe erwartet, egal, wie
schwierig die Situation auch ist oder ob die Mannschaft jemals schon mit einem
derartigen Problemfall konfrontiert war. Und niemand denkt in den Momenten dann
daran, dass es Freiwillige sind, die wenige Minuten nach dem Notruf zur Stelle
sind. Freiwillige, die genau so Familien und Freunde haben, mit denen diese
Menschen ihre Freizeit verbringen. Menschen, die auch ihrem Berufsleben
nachgehen und dort ihren Unterhalt verdienen. Menschen, die - wenn die
Alarmsirene heult oder der Personenrufempfänger piepst, alles Stehen und Liegen
lassen, um wenige Minuten später zu helfen.
Gründe, das zu tun
Wie man sich vorstellen kann, haben diese Leute, die sich in den Dienst der
Feuerwehr stellen, verschiedene Gründe, dies zu tun. Einerseits bietet das
Feuerwehrwesen interessante Technik aber andererseits ist es das gute Gefühl,
das sich ausbreitet, wenn man in einem wirklichen Notfall geholfen hat. Das
Gefühl, wenn die seltene Begebenheit vorkommt, dass sich jemand aus ganzem
Herzen bedankt, dass man ihn gerettet, ihm geholfen hat. Und natürlich ist es
auch die Runde der Kameradschaft und der Freunde, die man auf diese Weise
gewinnt. Wenn es natürlich auch in der Feuerwehr immer wieder welche gibt, die
gegen den Strom zu schwimmen versuchen. Eben auch nur Menschen!
Faktor "Motivation"
Worauf soll diese Einleitung nun hinauszielen? Sie soll eines aussagen: Die
Feuerwehr bzw. die Feuerwehrleute leben von einem wichtigen Faktor, nämlich der
Motivation! Motivation, diese Arbeit neben seinem Beruf und neben dem familiären
und freundschaftlichem Leben zu erledigen! Immer wieder reihen sich natürlich
Faktoren dazwischen, die der Motivation einen Dämpfer geben. Seien es Aussagen
von Außenstehenden, die mit ihrem "Wissen" die Arbeit der Feuerwehrleute
schädigen, für sich selbst einen Vorteil herausholen wollen, nur reden und
selbst nichts für die Allgemeinheit beitragen oder auch vielleicht der Meinung
sind, man könne die Hälfte des "Spielzeuges der Feuerwehr" sowieso alles
einsparen etc. etc. Mit derartigen Aussagen haben die Feuerwehrmitglieder
vielfach leben gelernt, andernfalls würde es die Freiwilligen Feuerwehren oft
gar nicht mehr geben, weil keine der Wehren vor solchen Attacken verschont ist.
Und unterhält man sich mit vielen Mitgliedern, so bestätigt sich diese
Vermutung. Und dann hört man, man wird mit anderen Freizeitvereinen verglichen,
ohne dass dabei daran gedacht wird, dass von diesen niemand um 2 Uhr nachts aus dem
Bett gerissen wird, sich die halbe Nacht im Einsatz um die Ohren schlägt und
dann "munter" wieder zur Arbeit geht.
Feuerwehren sorgen für
Budgetentlastung!
Der einleitend angesprochene Finanzengpass in vielen Gemeinden wirft in
zunehmenden Ausmaß auch seine Schatten auf das Feuerwehrwesen. Unter den
zahlreichen und vielfältigen Einsätzen einer Feuerwehren mischen sich naturgemäß
auch kostenpflichtige Hilfeleistungen, die verrechnet werden. Mit diesen
Einnahmen fahren die Feuerwehrleute jedoch nicht in Urlaub oder erhalten gar
eine finanzielle Entschädigung. Weit, sehr weit gefehlt.
Seit eh und je werden diese Einnahmen in der Feuerwehr Alkoven zur
Aufrechterhaltung des doch nicht mehr ganz kleinen Betriebes - dessen Ausrüstung
übrigens in der Brandbekämpfungsverordnung festgelegt und somit gesetzlich
vorgeschrieben ist - herangezogen. Bekleidung wird angekauft, Service- und
Wartungsverträge für die Fahrzeuge (z.B. Drehleiter und Kran) werden abgedeckt,
Geräte werden angekauft und so weiter. Damit wird das Budget der Gemeinde
Alkoven bedeutend entlastet! Diese Aussage wurde bereits bei mehreren
öffentlichen Kassenprüfungen, an der auch die Vorstände der Parteien eingeladen
waren, unter Beweis gestellt. D.h. die Einnahmen kommen ausschließlich wieder
für Feuerwehrzwecke und somit der gesamten Bevölkerung zugute!
Mit den zunehmenden Finanzlöchern in den Gemeinden wird nun jedoch mehr und mehr
versucht - und meist bleibt es nicht bei Versuchen, sondern es wird in die
Praxis umgesetzt - den Feuerwehren zunehmend finanzielle Belastungen zuzuteilen.
Es rückt also mehr und mehr in die Richtung, dass sich die Feuerwehren selbst
erhalten sollen. Gesetzlich gesehen obliegt die Aufrechterhaltung des Feuer- und
Katastrophenschutzes direkt bei den Gemeinden. Bis zu einem gewissen Ausmaß ist
es aber durchaus kein Problem, diese finanziellen Belastungen - soweit sie halt
auch möglich sind - zu übernehmen und somit zusätzlich zum Sparen beizutragen.
Ersatz von Einsatzfahrzeugen
Geht es jedoch dann um Fahrzeugbeschaffungen oder den Ersatz von alt gedienten
Einsatzfahrzeugen kommt eine Gemeinde nicht herum, auch ihren finanziellen
Beitrag dazu zu leisten! Und sieht man das Feuerwehrwesen realistisch, dann
sieht die Praxis auch so aus, dass sich die meisten Gemeinden auch ihrer
Einsatzfahrzeuge bedienen bzw. Mitglieder der Feuerwehren halt ersucht werden,
diese oder jene Gemeindeangelegenheit zu übernehmen (sei es die Beistellung der
Drehleiter für div. Montagearbeiten, Beistellung des Tanklöschfahrzeuges für
Reinigungsarbeiten etc.). Und primär kommen die Einsatzfahrzeuge natürlich der
Bevölkerung der Gemeinde zugute.
25 bis 30 Jahre sollten genug sein,
oder?
Aber zurück zur "Motivation". Natürlich ist die Ausrüstung einer Feuerwehr eine
Motivation. Motivation, dies anstehenden und zukommenden Aufgaben noch besser
und vor allem effizient bewältigen. Niemand im zivilen Leben fährt mit einem 25
oder 30 Jahre alten Pkw durch die Gegend (sieht man von Oldtimern ab) und
niemand arbeitet mit einem PC, der 30 Jahre alt ist. Alles hat seine Lebensdauer
und die Nutzungsdauer von Feuerwehrfahrzeugen stieg der Zwischenzeit von
offiziellen 15 Jahren (inoffiziellen 20) auf mindesten 25 Jahre an. Nach
frühestens 25 Jahren besteht derzeit die Möglichkeit, auf eine Ersatzbeschaffung
anzusuchen, sofern die Gemeinde dies auch unterstützt.
Die Verantwortlichen in den Feuerwehren, sprich das Kommando, sind - was
zumindest für Alkoven auf jeden Fall behauptet werden kann - sehr bemüht, die
Kosten für die öffentliche Hand möglichst gering zu halten. Bevor Anschaffungen
maßgebliche Anschaffungen getätigt werden, wird gründlich überlegt, verglichen
und auch die eigenen Finanzmöglichkeiten in Betracht gezogen.
Nichts desto trotz bleibt es dennoch gelegentlich nicht aus, dass - primär bei
Fahrzeugbeschaffungen - auch die öffentliche Hand bzw. die Gemeinde in den
"sauren Apfel" beißen muss, um diese oder jene Investition zu tätigen.
Selbstverständlich ist es oftmals nicht leicht, Entscheidungen über finanzielle
Angelegenheiten zu treffen, über deren Inhalt man fachlich vielmals nicht
intensiv informiert ist. Aber getätigt müssen sie dennoch werden, um den
weiteren Betrieb weiterhin im gewohnten Ausmaß aufrecht zu erhalten.
Nach 25 bis 30 Jahren Feuerwehrdienstzeit sind die Fahrzeuge reif für den
Austausch. Die Technik hat sich in dieser Zeit massiv geändert und die
finanziellen Umstände werden nicht mehr besser. Heute werden Einsatzfahrzeuge in
Oö seitens des Landes-Feuerwehrverbandes sowie der sog. Bedarfszuweisungsstelle
(Land) massiv gefördert, so dass für die Gemeinden lediglich noch ein Bruchteil
der ursprünglichen Anschaffungskosten übrig bleiben. Aber diese Restkosten
bleiben einfach nicht aus. Einen Brand- und Katastrophenschutz zu führen, der
überhaupt nichts kostet, ist nicht möglich. Der größte Kostenfaktor, nämlich das
Personal, kann nicht eingespart werden, denn er besteht gar nicht!
Geringere Beihilfen in der Zukunft
Die Zukunft in diesem Bereich schaut düster aus. Seitens der Beihilfestellen
wird in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Einbruch der Beihilfen
gerechnet. Auf die Gemeinden werden somit noch höhere Restkosten zukommen.
Während die politisch Verantwortlichen diese Sorgen noch abwälzen können und
einen Ankauf vielleicht einfach ablehnen, werden sich die Freiwilligen
Feuerwehrleute mit noch höheren Instandhaltungskosten konfrontiert sehen. Das
eine oder andere Einsatzfahrzeug wird vielleicht nur noch für absolute Notfälle
herangezogen werden oder verschiedene "Bürgerdienste" (also Anlässe, die nicht
absoluter Notfall sind) einstellen müssen.
Mitgliedsbeitrag für's Helfen?
Wie werden sich all diese Dinge in Zukunft auf die Motivation der
Feuerwehrmitglieder auswirken? Lob alleine reicht für einen erfolgreichen,
verantwortungsvollen Einsatz einfach nicht aus. Was hilft die mentale
Motivation, wenn die Ausrüstung von "gestern" ist und die Hilfe jedoch dem Stand
von heute entsprechen soll?
Bleibt zu hoffen übrig, dass die Freiwilligen bei der budgetären Entwicklung in
den Gemeinden in Zukunft nicht auch noch "Mitgliedsbeitrag" zahlen müssen, um
für andere die rasche Hilfe bringen zu "dürfen".
Oder kommen Zeiten auf uns zu, wo eine Wehr standardmäßig (also nicht beim
Großereignis) 15 - 20 km Anfahrtsweg zum brennenden Gebäude oder zur
eingeklemmten Person ausrückt? Bis heute hat Österreich eines der dichtesten
Rettungsnetze, das im Mammutanteil aus Freiwilligen besteht. Freiwillige, die
(noch?) motiviert sind. Nicht umsonst versuchen die reinen
"Berufsfeuerwehrländer" spät - aber doch - den Weg zu einem Netz aus
Freiwilligen Feuerwehren zu finden. Ein Netz, das sich bewährt hat!
Aufruf an die Politik: Motivation
erhalten
Es gilt daher doch für alle politisch Verantwortlichen zu überlegen, diesen
Motivationsgeist auch weiterhin aufrecht zu erhalten und zumindest für eine
zeitgemäße Ausrüstung der Feuerwehren zu sorgen. Eine Aufgabe, die durchaus
schwierig sein mag.
Nur: Die Arbeit erledigen die Einsatzkräfte kostenlos - das dafür notwendige
Gerät sollten sie dann dennoch zur Verfügung gestellt bekommen! Und wie zwar ein
Slogan des Bundesheeres heißt, aber auch hier seine Berechtigung hat: "Sicherheit
hat ihren Preis"
Und vergleicht man diesen Preis mit vielen anderen Ausgaben des öffentlichen
Lebens bzw. der Gemeinden, so ist dieser nicht wirklich so hoch, dass er
unfinanzierbar werden würde. Denn billiger als ein Freiwilliges System ist nur
eines: Kein System...
Die Feuerwehren sind heute schon mit genügend anderen Problemen behaftet (hohe,
persönliche Verantwortung im Einsatzdienst, Freistellung vom Einsatzmann im
Beruf, Wirtschaftsneid....) - da bedarf es eigentlich nicht zusätzlicher
Schwierigkeiten!
Wenn es darum geht, ob dieses oder jenes die Feuerwehr übernehmen soll, wird
dies als selbstverständlich angesehen und nicht lange überlegt, ob sie das
vielleicht gar nicht will...
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