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2.361
Arbeitsstunden erbrachten die Alkovener Feuerwehrleute alleine im
Einsatzdienst, in dem sich 232 Technische Hilfeleistungen 24
Brandeinsätzen gegenüber gestanden haben. Insgesamt 1.242 Mann waren
dabei eingesetzt. Im Zuge aller Hilfeleistungen des Jahres 2006
konnten durch die Feuerwehr Alkoven zwei Tiere aus Notlagen gerettet
bzw. befreit werden. Menschenrettungen oder -bergungen waren nicht
erforderlich. Bei allen Anlässen waren insgesamt 12 verletzte
Zivilpersonen zu beklagen (Verkehrsunfälle), Todesopfer
glücklicherweise 2006 keine – die seit Mitte der neunziger Jahre
gesetzten Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie die hohe Verkehrsdichte
haben den hohen Blutzoll der früheren Jahre glücklicherweise beendet!
Um für die vielfältigsten Hilfeleistungen auch vorbereitet zu sein,
wurden 1.338 Stunden in die Einsatzvorbereitung (Ausbildung im Zuge
von Schulungen und Übungen) investiert. Zu diesem Leistungsaufwand
kommen weitere 3.898 Stunden der Feuerwehrjugend sowie weitere 4.466
im Dienstbetrieb.
5,8
Mann Betrieb
Summe summarum wurden in der FF Alkoven 2006 immerhin 12.063 erbrachte
Arbeitsstunden erfasst – die „Dunkelziffer“ dürfte aber nochmals höher
liegen, da viele Leistungen des Dienstbetriebes immer wieder unter den
Tisch fallen.
Vergleicht man die Gesamtstunden mit einer 40-Stunden-Woche eines
Dienstnehmers, so müssten „5,8 Mann“ ein Jahr lang (52 Wochen)
arbeiten, um diese Zeit zu erreichen. Darin sind weder Zeiten für
Krankheit, Urlaub oder sonstiges eingerechnet. Es ist daher
angebracht, dass die Gemeinde Alkoven auch weiterhin bei
Personalaufnahmen auf eine aktive Feuerwehrmitgliedschaft Rücksicht
nimmt!
Breite Palette an Einsätzen
Das Jahr bot eine breite Palette ein Einsätzen, die es zu
bewerkstelligen gab, darunter doch auch welche, mit denen die
Alkovener Feuerwehrleute nicht jedes Jahr konfrontiert werden. So
erlebten die Einsatzkräfte vor allem im Bereich von Spital am Pyhrn
völlig neue Dimensionen von Schneemassen, die in unseren Breiten
absolut unüblich sind. Mehrere Tage lang stand ein Teil der Mannschaft
in dieser Region im überregionalen Assistenzeinsatz. Auch der
Tierrettungseinsatz an einem Pferd in Puchham war doch auch eine in
Alkoven nicht alltägliche Hilfeleistung. Interessante Erfahrungen in
Bezug auf technische Erkenntnisse konnten auch bei der Arbeit mit dem
Kranfahrzeug beim Brand in der Hauptschule in Hartkirchen gewonnen
werden. Bewährt hat sich 2006 wiederum das Ölwehr-Donau-Konzept mit
den Ölsperren auf Rollen. Bei der Schiffskollision bei Aschach konnte
diese Ölsperrensystem im Zuge eines nächtlichen Einsatzes wieder
hervorragend ausgereizt werden. Auch der Brand eines
Hochspannungsmasten zählte 2006 zu einem doch außergewöhnlichen
Szenario. Kein Großeinsatz, aber interessant.
Der
Unfall mit der Teleskopmastbühne
Als folgenreichster Tag des Jahres 2006 sollte sich jedoch der 27.
Februar herauskristallisieren. Der Unfall mit der Teleskopmastbühne,
der glücklicherweise ohne körperliche Personenschäden ausgegangen ist,
stellte einige aus unseren Reihen vor große Herausforderungen, die
sich über Monate hindurch ziehen sollten. Nicht nur, dass es
unzähliger Telefonate und Urgenzen von Kommandant Burger bedurfte, bis
endlich Bewegung in die Sache kam, sondern auch der Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit war schlagartig etwas anders gelagert. Steht für
gewöhnlich der Leistungsbericht der Einsatzkräfte über deren Arbeit im
Vordergrund, war es nun ein Unfall in den eigenen Reihen, über den es
zu berichten galt. Eine Verschleierungstaktik kam von Anfang an nicht
in Frage, was in Zeitalter von Digitalkameras und Handyfotos auch
absurd gewesen wäre und nur zu Spekulationen und Vermutungen geführt
hätte. So wurde offensiv mit Informationen nach außen aufgetreten, was
außer beim Hersteller auf positive Reaktionen gestoßen ist und aus dem
In- und Ausland für E-Mails mit Hochachtung für diese
Informationsoffensive zur Folge hatte. Mit einer gewissen
Schadenfreude einiger weniger konnte man leben, das waren
schlussendlich die kleinsten Probleme.
Erkenntnisse in der Öffentlichkeitsarbeit
Die Monate nach dem Unfall zeigte sich mir im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit aufgrund eigener Erfahrungen sowie Schilderungen
einiger Feuerwehrkameraden jedoch ein weiteres Faktum auf, das heuer
auch im Jahresbericht ausführlicher behandelt ist: Während die
Informationsarbeit in der Bevölkerung doch fruchtet, sind viele
Politiker nach wie vor uninformiert oder gar desinteressiert, egal ob
auf kommunaler Ebene oder auch darüber hinaus. Nach wie vor wird die
Feuerwehr in Friedenszeiten als ein Trupp von Leuten mit teurer
Freizeitbeschäftigung angesehen, über deren großteils per Gesetz
geregelte Aufgaben oftmals nicht unbedingt wirklich Bescheid gewusst
wird, aber Entscheidungen mitgetragen werden. So dort und da getätigte
Aussagen – 2006 waren es ja nicht unbedingt wenige – sind in Folge
dann nicht unbedingt motivierend. Eine freiwillige Feuerwehr lebt
jedoch von der Motivation und die Mitglieder sind das Wertvollste,
denn sie leisten schlussendlich auch die Arbeit. Es sollte allen etwas
Wert sein, diese Motivation auch zu erhalten. Denn ist diese einmal
weg, wird es sehr schwer sein, sie wieder zurück zu gewinnen.
Spätestens dann würde man aber vermutlich den Wert der Feuerwehr zu
schätzen wissen. Klar, wir verbringen in der Feuerwehr unsere Freizeit
– aber nicht nur. Arbeits- und Urlaubszeiten werden unbezahlt dafür
aufgewendet und nicht immer sind es lustige Aufgaben oder solche,
wofür es leicht ist, jederzeit jemanden dafür zu motivieren. Niemand
erwartet, auf goldenen Händen getragen zu werden, aber mehr
Verständnis und mehr Wissen über das Feuerwehrwesen, wenn es um
finanzielle oder organisatorische Entscheidungen geht, wäre
gelegentlich sicher nicht zu viel verlangt. Denn spätestens wenn ein
Unfall passiert, wissen alle, dass es Feuerwehr nicht Spaß und
Freizeit auf Knopfdruck bedeutet.
2006
zum Nachlesen
Das Jahr 2006 in der FF Alkoven gibt es auch als 41 Seiten-Werk zum
Nachlesen. Der Jahresbericht der Wehr liegt auf der Internetseite als
PDF-File bereit und kann von jedermann frei herunter geladen werden!
Neue
Herausforderungen
2007 hat begonnen und wird neuerlich viele Herausforderungen mit sich
bringen. Die erste im Zuge einer Menschenrettung am 3. Jänner konnte
von den Feuerwehrleuten bereits erfolgreich gemeistert werden. Einer
weitere – abseits des Einsatzdienstes – steht beinahe vor der Tür, das
125-jährige Bestandsjubiläum. Zu diesem Anlass wird die Wehr vom 8.
bis 10. Juni 2007 ausnahmsweise wieder einem eine Festveranstaltung
durchführen.. |