Jahresbericht 2002


Vorwort des Kommandanten

BR Burger

Walter Burger,
Kommandant der
Freiw. Feuerwehr
Alkoven.

2002 geht als Rekordjahr in die Geschichte der Feuerwehr Alkoven ein. Mehr als 340 Einsätze ohne Berücksichtigung der Rekordflut im August dieses Jahres, 569 Hilfeleistungen insgesamt. In „normalen“ Jahren wurdenbislang rund 260 bis 280 Einsätze registriert...

Die Flut im August zeigte gegenüber der Feuerwehr eine bis dato noch nie dagewesene Solidarität. Leider blieb diese nicht von allzulanger Dauer und Wochen nach der Katastrophe wurden bereits wieder erste Kritiken laut. Trotz des Beiziehens aller Feuerwehren des Bezirkes Eferding und darüber hinaus und der Leistung mehrerer Tausend freiwilliger und unbezahlter Einsatzstunden der örtlichen Einsatzkräfte bestätigte es sich, dass die Kunst, es jeden recht zu machen, niemand kann.

Die Einsatzkräfte standen inklusive der Mühlviertler Hochwasserhilfe fast 3 Wochen im Dauereinsatz und konnten aufgrund der enormen Anzahl an Hilfeleistungen einfach nicht überall sein. Es wurde und wird versucht, jedem Betroffenen die entsprechende Hilfe zu gewähren, soweit sie auch wirklich in den Bereich der Feuerwehr fällt. Nach dieser belastenden Zeit war es aber auch selbstverständlich, dass nach dem Ende der primären Hochwassereinsätze kaum ein Feuerwehrmitglied mehr bereit war, nach dem akuten Notstand nochmals sekundäre Schlammräumungen durchzuführen.

Für Unmut sorgte aber auch die eine oder andere lokale Medienmeldung von Bewohnern, die der Zeitung gegenüber mitteilten, sie seien über das Hochwasser nicht informiert worden. Nur welche Möglichkeiten wären den Einsatzkräften geblieben, wenn niemand zuhause ist? Und wenn alle Medien rund um die Uhr über das Hochwasser berichten, liegt es auch nahe, dass – je nach Lage des Wohnortes - auch das eigene Gebäude betroffen sein könnte. Den Vorwurf der Nichtinformation kann die Feuerwehr aber auf keinen Fall teilen. Als richtig hat sich auch die Maßnahme gezeigt, kleinere Feuerwehren zu erhalten. Der heurige Sommer hat dies deutlich unter Beweis gestellt, dass die Kräfte dieser Wehren ebenfalls ein unersetzbarer Bestandteil unseres Sicherheitssystems sind. Weiters stellte sich während der Flut auch heraus, dass die Wasserwehrausbildung für Feuerwehren aus dem „Hinterland“ eine sinnvolle Einrichtung war.

Trotz der Vielfalt und Anhäufung unserer Ausrüstung war es ersichtlich, dass eine überlegte und zweckmäßige Anschaffung von Einsatzgeräten bei derartigen Ereignissen vor allem den Nutzern (die ortsansässige Bevölkerung) helfen kann. Damit ist gemeint, dass dieses Spezialgerät (teilweise auch verlagert) zuerst in der eigenen Gemeinde zum Tragen kommt und in der weiteren Folge überörtlich eingesetzt werden kann. Das sollte aber auch der örtlichen Bevölkerung bewusst werden.

Erwähnenswert ist auch, dass heute nicht nur das Anpacken und die Muskelkraft entscheidend ist, sondern in schwierigen Situationen Lösungen zu wählen sind, die letztendlich zum Einsatzerfolg führen. Gemeinsam getragene Entscheidungen sind dabei immer von Vorteil.

Für das Jahr 2003 wünsche ich alles Gute und bedanke mich bei allen Kameraden für die überwiegend gute Zusammenarbeit. Ein Dank auch an unsere befreundeten Einsatzorganisationen für das gute Klima im Zuge unserer Arbeit.